Eine gewisse Eitelkeit ist Louis van Gaal nicht fremd. Eigentlich hat der Hamburger SV ihm, dem Trainer der Niederlande, das tolle Comeback von Rafael van der Vaart zu verdanken: „Ich hatte ja bereits vorhergesagt, dass van der Vaart in der Bundesliga wieder fit werden würde“, sagte der Bondscoach bei der Bekanntgabe seines Oranje-Kaders für die WM-Qualifikationsspiele gegen Andorra und Rumänien.„Sein Wechsel von Tottenham zum HSV war also gut. Vielleicht habe ich ihm dabei auch den richtigen Anstoß gegeben.“Vor gut einem Monat hörte sich das noch anders an: Van der Vaart sei nicht fit und zu sehr mit seinem Transfer beschäftigt.Van Gaal berief den Oranje-Liebling nicht für die Länderspiele gegen die Türkei und Ungarn. An diesem Freitag darf „VDV“ wieder das Oranje-Trikot anziehen. Zum 101. Mal. Kurioserweise wie schon bei seinem Debüt auch gegen Andorra und erneut unter der Leitung von van Gaal. Auch für Nigel de Jong (AC Mailand) hat die Verbannung ein Ende.Der HSV-Star nahm die Erziehungsmaßnahme gelassen hin: „Klar war ich enttäuscht“, sagte er. Er war fit und sicher auch nicht im Umzugsstress.„Ich habe noch nie einen Umzugskarton eingepackt.“ Aber er hat auch Respekt für das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche: „So ist er dann auch wieder: Er gibt einem die Chance, sich zurück zu kämpfen.“Für die 16 Millionen niederländischen Bondscoaches war die Verbannung von van der Vaart ein Schreck. Der Profi ist bei den Fans beliebt.Schon van Gaals Vorgänger Bert van Marwijk ließ ihn bei der EM oft auf der Bank sitzen. Die Beziehung zwischen van der Vaart und van Marwijk sank auf eine Temperatur auf Kühlschrankniveau.apa/dpa