Vettel ließ am Sonntag bei seinem ersten Erfolg auf der Berg-und-Tal-Bahn von Spa-Francorchamps seine WM-Rivalen Mark Webber, Jenson Button und Fernando Alonso hinter sich. Nach zuletzt zwei Monaten ohne Sieg baute Red-Bull-Star Vettel damit seinen ohnehin riesigen Vorsprung in der Gesamtwertung aus, zumal Verfolger Lewis Hamilton nach einem Unfall ohne Punkte blieb. Jubiläumsgala für „Schumi“Eine Jubiläumsgala gelang Rekordchampion Schumacher. Vom letzten Startplatz aus raste der 42-Jährige im Mercedes am Ende noch auf Rang fünf – und das 20 Jahre nach seinem Debüt an gleicher Stelle. „Ein sensationelles Rennen“, lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Altmeister. Kurz vor Schluss überholte Schumacher auch noch seinen Teamkollegen Nico Rosberg, der somit als Sechster ins Ziel kam. WM-Punkte sammelte auch Adrian Sutil als Siebter im Force India. Der überrundete Timo Glock kam im Marussia-Virgin als 18. ins Ziel.Vettel holt sich den SiegDen Siegerschampus genoss jedoch zum siebten Mal im zwölften Saisonrennen Vettel. Der 24-Jährige blieb zu jeder Zeit des packenden Grand Prix Herr der Lage und fuhr eiskalt den verdienten Lohn ein. Im Gesamtklassement liegt der Hesse nun mit 259 Punkten schon 92 Zähler vor seinem Stallrivalen Webber (167). WM-Dritter ist nun der spanische Ferrari-Fahrer Alonso mit 157 Punkten. Es folgen die britischen McLaren-Piloten Button (149) und Hamilton (146). „Die WM ist nicht mehr in Reichweite“, gestand Hamilton frustriert.Mäßiger Start für VettelVon seiner neunten Pole Position in dieser Saison hatte Vettel nur einen mäßigen Start erwischt. Nur ein paar Kurven konnte der Champion Platz eins verteidigen, ehe Landsmann Rosberg vorbeizog. Der Mercedes-Fahrer raste nach einem Blitzstart von Rang fünf auf eins. Auch sein Teamkollege Schumacher brillierte wie zu besten Zeiten. Vom letzten Platz nach seinem frühen Unfall in der Qualifikation stürmte er innerhalb der Auftaktrunde um zehn Ränge auf Platz 14 vor. Dagegen wurde Vettel-Kollege Webber von drei auf acht durchgereicht. Der Australier ging nach diesem Malheur früh an die Box, auch Ungarn-Sieger Button legte schon in Runde vier einen Stopp ein und ließ den Frontflügel wechseln. Kurz zuvor hatte Vettel im Duell mit Rosberg die Spitze zurückerobert. Weil die Reifen am Red Bull des Deutschen in der Qualifikation jedoch stark gelitten hatten, ließ Vettel schon in Runde sechs neue Pneus aufziehen. Rosberg war damit wieder Erster, konnte aber die Attacken der anstürmenden Alonso und Hamilton nicht lange abwehren.Von Rang acht arbeitete sich auch Vettel wieder nach vorn und übernahm nach den Boxenstopps seiner Rivalen in der zehnten Runde erneut die Führung. Drei Umläufe später musste jedoch das Safety-Car auf die Strecke, weil Hamilton nach einer Kollision mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi aus dem Rennen gecrasht war. „Wir waren sowieso nicht schnell genug, um mithalten zu können“, klagte Hamilton. Vettel reagierte prompt, holte sich den nächsten Satz frischer Reifen und ordnete sich als Dritter hinter Alonso und Webber wieder ein.Nach dem Neustart zog der Titelverteidiger sofort am Teamgefährten vorbei, wenig später ließ er auch den Ferrari-Star hinter sich und fuhr schnell einen Vorsprung heraus. Im Eiltempo preschte nun auch Button nach vorn. In der 26. Runde war der Weltmeister von 2009 schon Vierter und erhielt von seinem Kommandostand die aufmunternde Botschaft, dass das Spitzentrio mit Reifenproblemen zu kämpfen habe.Doch Vettel war unantastbar. Auch nach der letzten Runde der Boxenstopps setzte sich der Heppenheimer wieder an die Spitze und gab sie nicht mehr her. Dahinter allerdings schnappten sich Webber und Button noch Alonso und durften damit neben Vettel aufs Siegerpodium.Endstand Grand Prix von Belgien 1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:26:44,893 Std.; Durchschnittsgeschw.: 214,920 km/h 2. Mark Webber (AUS) Red Bull +3,7413. Jenson Button (GBR) McLaren +9,6694. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +13,0225. Michael Schumacher (GER) Mercedes +47,4646. Nico Rosberg (GER) Mercedes +48,6747. Adrian Sutil (GER) Force India +59,7138. Felipe Massa (BRA) Ferrari +1:06,0769. Witali Petrow (RUS) Renault +1:11,91710. Pastor Maldonado (VEN) Williams +1:17,61511. Paul di Resta (GBR) Force India +1:23,99412. Kamui Kobayashi (JPN) Sauber +1:31,97613. Bruno Senna (BRA) Lotus-Renault +1:32,98514. Jarno Trulli (ITA) Team Lotus +1 Runde15. Heikki Kovalainen (FIN) Team Lotus +1 Runde16. Rubens Barrichello (BRA) Williams +1 Runde17. Jerome D'Ambrosio (BEL) Marussia-Virgin +1 Runde18. Timo Glock (GER) Marussia-Virgin +1 Runde19. Vitantonio Liuzzi (ITA) Hispania +1 RundeAusgeschieden: Lewis Hamilton (GBR) McLaren, Jaime Alguersuari (ESP) Toro Rosso, Sebastien Buemi (SUI) Toro Rosso, Sergio Perez (MEX) Sauber, Daniel Ricciardo (AUS) HispaniaSchnellste Runde: Mark Webber (AUS) Red Bull in der 33. Runde in 1:49,883 Min. (229,470 km/h Schnitt)WM-Stand (nach 13 von 19 Rennen): 1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 259 2. Mark Webber (AUS) Red Bull 167 3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 157 4. Jenson Button (GBR) McLaren 149 5. Lewis Hamilton (GBR) McLaren 146 6. Felipe Massa (BRA) Ferrari 74 7. Nico Rosberg (GER) Mercedes 56 8. Michael Schumacher (GER) Mercedes 42 9. Witali Petrow (RUS) Renault 3410. Nick Heidfeld (GER) Lotus Renault 3411. Kamui Kobayashi (JPN) Sauber 2712. Adrian Sutil (GER) Force India 2413. Sebastien Buemi (SUI) Toro Rosso 1214. Jaime Alguersuari (ESP) Toro Rosso 1015. Sergio Perez (MEX) Sauber 816. Paul di Resta (GBR) Force India 817. Rubens Barrichello (BRA) Williams 418. Pastor Maldonado (VEN) Williams 1Konstrukteurs-WM (nach 12 von 19 Rennen):1. Red Bull 4262. McLaren-Mercedes 2953. Ferrari 2314. Mercedes 985. Lotus-Renault 686. Sauber 357. Force India 328. Toro Rosso 229. Williams 5dpa/apa