Donnerstag, 02. März 2017

VfB Stuttgart erwägt Konsequenzen für Prügel-Opfer Großkreutz

Der deutsche Fußball-Weltmeister Kevin Großkreutz ist in der Nacht auf Dienstag bei einem körperlichen Angriff verletzt worden und zur Behandlung in ein Stuttgarter Krankenhaus gekommen. Wie lange der Abwehrspieler von Zweitliga-Leader VfB Stuttgart ausfällt, ist unklar. Er werde laut Mitteilung des Klubs Anzeige erstatten. Allerdings erwägt der Verein auch mögliche Maßnahmen gegen Großkreutz.

Kevin Großkreutz (rechts) beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft 2014 im Passeier mit Kevin Volland.
Kevin Großkreutz (rechts) beim Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft 2014 im Passeier mit Kevin Volland. - Foto: © LaPresse

Großkreutz war in der Nacht von Montag auf Dienstag mit einer Gruppe Jugendlicher unterwegs und aus einer anderen Gruppe heraus angegriffen worden. 

Die Polizei berichtete in der Folge von einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Demnach sei ein 28-jähriger Mann nach einem Faustschlag mit einer Platzwunde am Kopf ins Krankenhaus gebracht worden. Ein 16-jähriger Mann aus der gleichen Gruppe sei ebenfalls geschlagen und ohne sichtbare äußere Verletzungen im Krankenhaus versorgt worden.

„Wir haben bisher keine Hinweise auf eine Vorgeschichte oder eine Provokation“, sagte der Polizeisprecher über den Vorfall auf dem Wilhelmsplatz in Stuttgart.

Die Polizei habe nach einem Notruf wenig später vier Tatverdächtige festgenommen. Weitere Informationen und Angaben zu den Motiven der Tat gebe es noch keine, hieß es. Namen bestätigte die Polizei nicht.

Großkreutz hatte beim 2:0 des VfB gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag wegen einer Prellung am Fuß nicht gespielt. Der Dienstag war trainingsfrei. Am kommenden Montag trifft der VfB auf Eintracht Braunschweig.

Unterschiedliche Reaktionen aus dem Verein

Zweitliga-Tabellenführer VfB Stuttgart hat noch nicht entschieden, ob und wie Kevin Großkreutz nach seinem nächtlichen Streifzug sowie einem folgenden Krankenhaus-Aufenthalt bestraft wird. „Wir gehen mit diesem Thema verantwortungsbewusst und gewissenhaft um. Wir sind gerade in der Phase, das zu prüfen und werden zeitnah zu einer Entscheidung kommen“, sagte Sportvorstand Jan Schindelmeiser am Donnerstag in Stuttgart.

Präsident Wolfgang Dietrich betonte: „Wir wollen uns die Entscheidung nicht leicht machen, aber auch möglichst zeitnah diese Entscheidung treffen.“ Der Vorfall vom frühen Dienstagmorgen sei aber nichts, „bei dem wir morgen zur Tagesordnung übergehen können“.

Trainer Hannes Wolf sagte zur Verletzung seines Spielers, dass er sich „darüber nicht freue“, warnte aber auch vor voreiligen Schlüssen. „Er hat niemanden umgebracht. Er hat kein Verbrechen begangen, gar nichts. Insofern sollte man da sehr vorsichtig sein, wenn man ihn dafür jetzt verurteilt.“

apa/dpa

stol