Mittwoch, 03. August 2016

Vorhang auf für letzten Akt der Michael-Phelps-Show

Die Schlagzeilen ähneln jenen von London 2012. Schon vor vier Jahren hatte Michael Phelps angekündigt, seine Karriere mit den Olympischen Spielen zu beenden. Es folgte ein weiterer Erfolgslauf und als gesamt 18-facher Olympiasieger der angekündigte Rücktritt.

Michael Phelps: Noch einmal teilnehmen, noch einmal triumphieren.
Michael Phelps: Noch einmal teilnehmen, noch einmal triumphieren. - Foto: © APA/EPA

Dennoch sind nach seinem Comeback die Vorzeichen für Rio 2016 andere. Damals musste er es der Welt beweisen, diesmal nur sich selbst.

Phelps hatte die olympische Szenerie bei den vergangenen drei Sommer-Auflagen wie kein anderer vor ihm dominiert. Sowohl in Athen 2004 als auch in Peking 2008 und in Englands Hauptstadt ging er als erfolgreichster Sportler der Spiele hervor.

Mit 18 Olympia-Goldenen nennt er das Doppelte der nächsterfolgreichsten Sportler sein Eigen, 22 Mal stand er auf einem olympischen Treppchen. In Brasilien ist der mittlerweile 31-Jährige zum fünften Mal bei Olympia dabei.

Alkoholfahrt mit 1,4 Promille

Noch 15 Jahre alt, markierte Phelps seinen ersten Weltrekord und war spätestens ab da nicht mehr zu halten. Der Rest ist ein spezielles Kapitel Sport-Geschichte, in dem bis zu London 2012 auch von 27 WM-Goldenen zu lesen ist. Bis heute sollte keine WM-Medaille dazukommen, doch schon während der Barcelona-WM 2013 pfiffen es die Spatzen von den Dächern, dass das Comeback des größten Schwimmers aller Zeiten wohl bevorstünde.

Im April 2014 war Phelps beim Grand Prix in Mesa/Arizona tatsächlich wieder auf dem Startsockel. Es war klar, dass sein Fokus ab da wieder auf Olympia ausgerichtet war. Die Richtung schien vorgegeben, doch es kam anders. Eine Alkoholfahrt mit 1,4 Promille und 135 km/h statt erlaubter 72 km/h resultierte in einer sechsmonatigen Sperre und dem Aus für die Kasan-WM 2015. Ein Gericht verurteilte ihm zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung.

Besser als Lochte

Das brachte Phelps zur Besinnung. Mit absolutem Fokus nahm er seinen letzten Anlauf auf eine sportliche Großtat in Angriff, hielt mit der Konkurrenz immer besser Schritt und düpierte sie dann und wann. Bei den US-Trials Ende Juni löste er Olympia-Tickets über 100 und 200 m Delfin sowie 200 m Lagen. Damit schnitt er klar besser als sein Dauerrivale Ryan Lochte ab. Über die Lagenstrecke wird es nächste Woche aber noch einmal zu einem Duell der beiden kommen.

Leben abseits des Schwimmsports

Vor seinen drei Einzel-Starts wird Phelps wohl am Wochenende mit der US-Staffel über 4 x 100 m Kraul im Einsatz sein. Alle Augen werden wieder auf den dreifachen Weltrekordler gerichtet sein. Er wirkt nun entspannter und befreiter als früher. Nach den Spielen wird er freilich endgültig von den Startlisten verschwinden. Daheim warten seine Verlobte Nicole Johnson und deren drei Monate alter Sohn Boomer, sie sind sein neues Leben abseits des Schwimmsports.

apa

stol