Montag, 18. Juli 2016

WADA empfiehlt dem IOC Olympia-Ausschluss der Russen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sollten einen kompletten Olympia-Ausschluss Russlands von den Spielen in Rio gründlich prüfen. Das forderte Craig Reedie, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, am Montag.

Während der Winterspiele in Sotschi 2014 soll das russische Sportministerium Dopingkontrollen manipuliert haben.
Während der Winterspiele in Sotschi 2014 soll das russische Sportministerium Dopingkontrollen manipuliert haben. - Foto: © APA/EPA

Zuvor hatte die unabhängige Untersuchungskommission der WADA in ihrem 97-seitigen Report zahlreiche Belege für ein staatlich gesteuertes und kontrolliertes Dopingsystem in Russland präsentiert.
Grundlage der Prüfung und für mögliche Sanktionen sei die Olympische Charta, heißt es in dem WADA-Statement weiter. Zudem sollte russischen Regierungsmitgliedern der Zugang zu internationalen Wettbewerben untersagt werden.

IOC kündigt nach WADA-Report härtest möglichen Sanktionen an

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird den Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum Staatsdoping in Russland eingehend prüfen und so schnell wie möglich entscheiden. Bereits am Dienstag werde die IOC-Exekutive zu einer Telefonkonferenz einberufen und vorläufige Maßnahmen und Sanktionen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) besprechen.

„Die Ergebnisse des Berichts zeigen einen schockierenden und beispiellosen Angriff auf die Integrität des Sports und die Olympischen Spielen. Daher wird das IOC nicht zögern, die härtest möglichen Sanktionen gegen jede beteiligte Person oder Organisation zu ergreifen“, betonte IOC-Präsident Thomas Bach am Montag. Das IOC werde jetzt alle Fakten sorgfältig studieren, um die komplexen und detaillierten Behauptungen insbesondere im Hinblick auf die Einflussnahme durch das russische Sport-Ministerium zu prüfen.

Die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) werfen Russland staatlich gesteuertes Doping vor. Der am Montag in Toronto vorgelegte Untersuchungsbericht führe zahlreiche gravierende Belege für die Verwicklung von staatlichen Stellen in den Sportbetrug auf, betonte WADA-Chefermittler Richard McLaren. So habe das russische Sportministerium vor und während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi die Manipulationen „geleitet, kontrolliert und überwacht“ und „der Geheimdienst mitgeholfen“, wie der kanadische Jurist erklärte.

apa/dpa

stol