Sonntag, 19. Juni 2016

Wie es bei der EM weitergeht - STOL erklärt den Modus

Vor dem letzten Gruppenspieltag, wo jeweils beide Spiele zeitgleich ausgetragen werden, beginnt für die noch nicht qualifizierten Teams auch das große Rechnen. STOL zeigt einen Überblick über die Regelungen.

Der Modus der Euro 2016 ist durchaus kompliziert.
Der Modus der Euro 2016 ist durchaus kompliziert.

Die letzten zwei Partien jeder Gruppe finden zeitgleich statt, um Manipulation von vorneherein zu erschweren. 

Vor den letzten Gruppenspielen hat auch das große Rechnen begonnen. Der neue Modus, die Aufstockung auf 24 Mannschaften und die Qualifikation der besten Gruppendritten für das Achtelfinale macht es noch komplizierter. 

Erstmals qualifizieren sich nämlich neben den 2 Gruppenbesten auch die 4 besten Gruppendritten (von 6 Gruppen). In den Turnierregularien ist in Artikel 18 festgelegt, wie sich die Platzierungen in den Gruppen ergeben und nach welchen Kriterien die Gruppendritten verglichen werden, sollten zwei oder mehrere Teams punktgleich sein. 

Die Situation bei Punktgleichheit in einer Gruppe: 

1. Punkte aus dem direkten Vergleich
2. Tordifferenz aus dem direkten Vergleich
3. Erzielte Tore aus dem direkten Vergleich
4. Erneute Anwendung der Punkte 1-3 für 2 verbliebene punktgleiche Teams, wenn zuvor mindestens 3 punktgleiche Teams verglichen wurden.
5. Tordifferenz aus allen Gruppenspielen
6. Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen
7. Fair-Play-Verhalten bei EM
8. UEFA-Koeffizient.

Wie werden die besten Gruppendritten ermittelt? 

Entscheidend sind für das gruppenübergreifende Ranking Kriterien in dieser Rangfolge:

1. Punktzahl
2. Tordifferenz
3. Anzahl erzielter Tore
4. Platzierung in Fair-Play-Wertung der EM
5. Platzierung in UEFA-Teamranking

Möglicherweise muss also der 3. der Gruppe A (mit Frankreich, Schweiz, Rumänien und Albanien) nach seinem letzten Spiel am Sonntag noch drei Tage warten, um sein EM-Schicksal zu erfahren, bis auch die Österreich-Gruppe F beendet ist. 

Kein Losentscheid 

Immerhin zu einem Losentscheid über die Ansetzung der K.o.-Spiele wie zum Beispiel bei der WM 1990 kann es somit diesmal nicht kommen.

Beliebt ist der Modus bei den Fans nicht. Die UEFA hielt dagegen, dass das neue Format mehr kleinen Fußballländern eine EM-Teilnahme ermöglicht. Tatsächlich gibt es mit Albanien, Island, Nordirland, der Slowakei und Wales gleich fünf Turnierneulinge. Auch die höheren Marketingeinnahmen wurden als Grund für die Aufstockung von der UEFA nicht verschwiegen.

In welches Achtelfinale kommen die Gruppendritten? 

Kompliziert wird es auch mit der Zuordnung der Gruppendritten im Achtelfinale. Hierfür gibt es mehrere mögliche Kombinationen. 

Die genauen Paarungen hängen davon ab, aus welchen Gruppen sich die Dritten qualifizieren. Für jede der 15 Möglichkeiten legt eine Tabelle in den offiziellen Regularien die Zuordnung wie folgt fest:

Quelle: UEFA

Die Finalrunde

Infografik: Dolomiten/Lemanski

Ab KO-Runde wird's einfacher 

Vom Achtelfinale an läuft die EM nach dem bekannten Modus mit K.o.-Spielen bis zum Finale. Bei Remis nach 90 Minuten gibt es eine Verlängerung und anschließend möglicherweise ein Elfmeterschießen.

Mit insgesamt 51 Spielen ist die EM-Endrunde die größte in der UEFA-Geschichte seit der Premiere im Jahr 1960, als noch mit vier Teams gespielt wurde.

stol/am

stol