Freitag, 13. Januar 2017

WM-Gastgeber 2026: USA, Kanada, Mexiko – oder Trio?

Mit der Festlegung der FIFA auf 48 Teilnehmer beginnt das Rennen um die Austragung der Fußball-WM 2026. Doch die drei potenziellen Gastgeber aus Amerika könnten sich am Ende auch zusammentun. Ein historischer Dreierpack gilt als durchaus realistische Option für das Mega-Event. Die Vorfreude ist vor allem in Mexiko groß.

Der gewichtige CONCACAF-Chef Victor Montagliani spricht sich eindeutig dafür aus, dass die USA, Kanada und Mexiko die Fußball-WM 2026 gemeinsam ausrichten sollen. - Foto: Screenshot YouTube-Video
Der gewichtige CONCACAF-Chef Victor Montagliani spricht sich eindeutig dafür aus, dass die USA, Kanada und Mexiko die Fußball-WM 2026 gemeinsam ausrichten sollen. - Foto: Screenshot YouTube-Video

Victor Montagliani ist ein Mann von wuchtiger Gestalt. Nach dem FIFA-Beschluss für eine 48er-WM im Jahr 2026 verschwand der schwergewichtige Chef der Fußball-Konföderation von Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) aber förmlich hinter dem Pulk aus Journalisten. Der Kanadier hatte was zu sagen. „In manchen Regionen macht es nicht nur Sinn, es ist der einzige Sinn“, sagte Montagliani über eine mögliche gemeinsame WM-Bewerbung mit den USA und Mexiko für die erste 48er-WM.

Bald werde man miteinander reden, betonte Montagliani, der mit dem US-Verbandschef Sunil Gulati im FIFA-Council sitzt. Laut der Nachrichtenagentur AP laufen informelle Gespräche sogar schon. Und die Nordamerika-Connection hat alle Argumente auf ihrer Seite, den Zuschlag für die Mammut-Premiere zu bekommen.

Europa und Asien ausgeschlossen

Europäer und Asiaten sind laut FIFA-Statuten von einer Kandidatur für 2026 ausgeschlossen, da sie 2018 (Russland) und 2022 (Katar) den Gastgeber stellen. In Afrika, Südamerika und Ozeanien wird keinem Land der Kraftakt von 80 WM-Spielen in 32 Tagen zugetraut.

Zwölf Stadien sind die von FIFA-Chef Gianni Infantino postulierte Anforderung. Die FIFA-Regeln erlauben eine Dreifachbewerbung. Den Weg hatte der Fußball-Weltverband schon im Vorjahr frei gemacht.

Die USA könnten auch alleine oder mit einem der beiden Partner das neue Mega-Event stemmen. Doch eine Kooperation mit beiden Nachbarn hätte hohen symbolischen Wert. Für das Turnier 2022 war man unter bekanntermaßen zweifelhaften Umständen an Katar gescheitert. Jetzt könnte man im amerikanischen Schulterschluss auch für einen moralischen Neuanfang stehen. Hinter den Kulissen ist zu hören, dass man für eine frühere WM-Vergabe als bisher angedacht beim FIFA-Kongress 2020 Politik macht.

Politische Brisanz wegen US-Präsident Trump

In Mexiko ist die Begeisterung ohnehin groß. „Ja, das ist unser Wunsch“, sagte der Generalsekretär des mexikanischen Fußballverbands, Guillermo Cantu, der Zeitung „El Universal“. Zu gerne wäre man „Teil dieser Fiesta“. Eine gemeinsame Bewerbung der USA und Mexikos wäre politisch brisant, angesichts der aggressiven Politik des gewählten US-Präsidenten Donald Trump. Montagliani wählte dazu auf Englisch süffisant klingende Worte: „So you would hope that football will trump politics.“ („Man möchte hoffen, dass der Fußball die Politik überTRUMPfen kann.“)

3 Gastgeber-Fixplätze?

Die FIFA hätte bei einer WM mit drei Gastgebern auch ganz praktische Fragen zu klären. Im schon ausgebrochenen Kampf um die Neuverteilung der Startplätze pro Kontinent müsste geklärt werden, ob wie bisher üblich alle Ausrichter einen fixen Platz bekommen. Aus Zürich ist zu hören, dass man die Gastgeber künftig der neuen kontinentalen Quote anrechnen könnte – das würde die Chancen aller anderen Teams der Konföderation verringern und in Nord- und Mittelamerika wenig Freude auslösen.

apa/dpa

stol