Montag, 10. Oktober 2016

WM in Katar: Niederländische Gewerkschaft droht FIFA mit Klage

Der niederländische Gewerkschaftsbund will den Fußball-Weltverband FIFA wegen der schlechten Arbeitsbedingungen beim Bau der WM-Stadien in Katar möglicherweise vor Gericht bringen.

Zahlreiche asiatische Gastarbeiter werden bei den Bauten für die Fußball-WM 2022 in Katar ausgebeutet.
Zahlreiche asiatische Gastarbeiter werden bei den Bauten für die Fußball-WM 2022 in Katar ausgebeutet.

Im Namen eines Gastarbeiters aus Bangladesch schickte die Gewerkschaft FNV der FIFA am Montag die Androhung einer Klage zu. Die FIFA habe drei Wochen Zeit zu reagieren, andernfalls werde beim Amtsgericht in Zürich die Klage eingereicht, teilte die FNV in Utrecht mit.

Die Gastarbeiter müssten oft für wenig Geld oder unbezahlt „Sklavenarbeit“ leisten, erklärte der Generalsekretär der Gewerkschaft, Ruud Baars. „Tausende sehr armer Arbeiter etwa aus Bangladesch, Indien und Nepal arbeiten sich im wahrsten Sinne des Wortes fast zu Tode, um das Fußballfest zustande zu bringen.“

Die FIFA sei als Organisator der WM, die im November und Dezember 2022 in dem Ölstaat stattfinden soll, für die Zustände mitverantwortlich. Trotz der Zusage des Weltverbandes, sich für Menschenrechte in Katar einzusetzen, habe sich an der Ausbeutung der Arbeiter kaum etwas geändert.

dpa

stol