„Nur wenigen Sportlern wird diese Ehrung zuteil. Es gibt ja viel mehr Olympiasieger als Fahnenträger“, freut sich der 40-Jährige auf seinen großen Auftritt beim Olympia-Auftakt.Einen Tag später geht der zweimalige Olympiasieger dann das wahrscheinlich letzte Einzelrennen seiner Karriere an. Und natürlich will der Ausnahmerodler bei seinen sechsten Winterspielen seine sechste Medaille hintereinander – das gab es noch nie.Bescheiden, freundlich – und trotz seiner langen Erfolgsliste ohne jede Star-Allüren: Seit nunmehr 20 Jahren prägt der Bauerssohn aus Völlan wie kaum ein anderer seinen Rodel-Sport. Mit Bronze läutete Zöggeler 1994 bei den Winterspielen in Lillehammer seine einzigartige Laufbahn ein.Es folgten Olympia-Silber 1998, Olympia-Gold 2002 und 2006 und noch einmal Olympia-Bronze 2010. Und ganz nebenbei noch sechs Weltmeister-Titel.„Dass die Karriere so lange anhält, dass überhaupt so eine Karriere herauskommt, das hätte ich niemals zu träumen gewagt“, sagt die Rodel-Ikone. „Das macht mich irgendwie schon ein bisschen stolz.“Wie alles begannAngefangen hatte alles mit der Fahrt zur Schule. „Damals gab es bei uns noch keinen Schneeräumdienst, ich musste den Schlitten nehmen“, erinnerte sich Zöggeler einmal.Im Alter von sieben Jahren wagte sich Klein-Armin auf die Naturbahn, mit 14 wechselte er auf die Kunsteisbahn. In den Eisrinnen dieser Welt wurde Zöggeler zu einem der größten Winter-Stars – und musste in Italien doch lange auf die ganz große Anerkennung warten.„Ich musste zweimal Olympiasieger werden, damit mein Name in Italien bekannt wird“, sagte er im Rückblick auf seinen zweiten Gold-Triumph 2006 in Turin.Über zwei Jahrzehnte hinweg ist Zöggeler nun schon einer der Hauptwidersacher der deutschen Rodel-Asse. Einst lieferte er sich mit dem dreimaligen Olympiasieger Georg Hackl heiße Duelle, auch dessen Nachfolger Felix Loch hatte in den vergangenen Jahren immer wieder seine liebe Müh' mit dem nimmermüden Südtiroler.Am Start muss Zöggeler zwar inzwischen seine jüngeren Konkurrenten ziehen lassen, in der Bahn hat er aber noch immer alle Möglichkeiten. „Er zeigt uns immer wieder, wie man fahren muss. Seine Fahrweise, seine Fahrlage – das ist sensationell“, schwärmt selbst Gegenspieler Loch.Und dass Zöggeler auch in Sotschi für eine Olympia-Medaille gut ist, bewies er in diesem Winter unter anderem mit dem Gewinn seines dritten EM-Titels. Möglicherweise hat der Südtiroler bei seinen sechsten Winterspielen sogar zwei Möglichkeiten auf sein sechstes Edelmetall – erst im Einzelrennen und dann noch erstmals in der neuen olympischen Team-Staffel.Doch davon will Zöggeler nichts wissen: „Mit dieser Thematik beschäftige ich mich erst, wenn es soweit kommen sollte. Ich weiß, dass es schwierig wird.“Und dann ist wohl Schluss. Zwar will sich Zöggeler im Vorfeld seines letztes Olympia-Auftritts auch nicht mit Fragen nach seinem nahen Karriereende beschäftigen.Doch der Familienvater weiß auch: „Die Wahrscheinlichkeit ist wirklich sehr, sehr groß, dass es das letzte Rennen sein wird. Es ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um definitiv aufzuhören.“dpa