Samstag, 27. Februar 2016

Zurück im Basislager: "Die Größe liegt im Umkehren"

Umzukehren ohne den Gipfel erreicht zu haben, ist oft die größere Leistung: So hat es Tamara Lunger am Freitag gemacht. Die Extrembergsteigerin aus Gummer hat sich wegen Unwohlsein und Schwäche gegen den Gipfelsturm am Nanga Parbat und damit gegen einen weltweit einzigartigen Erfolg entschieden.

Das Trio, das sich mit Tamara Lunger (r.) aufgemacht hat.
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Das Trio, das sich mit Tamara Lunger (r.) aufgemacht hat.

Es hätte eine Welterfolg werden können. Tamara Lungers Plan und Wunsch, als erste Frau überhaupt im Rahmen einer Winterbesteigung den Gipfel des neunthöchsten Berges der Welt zu erreichen, ist jedoch vorerst gescheitert (STOL hat berichtet).

STOL hat die einzelnen Etappen des Aufstieges verfolgt

Am Freitag um 12 Uhr kam dann die Meldung, dass ihre Begleiter Simone Moro (Wahlbozner aus Bergamo), der Spanier Alex Txicon und der Pakistaner Ali Sadpara den Gipfel des Nanga Parbat erreicht haben. Es ist dies die erste geglückte Winterbesteigung des 8125 Meter hohen Todesberges und wird weltweit dementsprechend gefeiert und gewürdigt. 

"Es war sehr schwer und sehr lang", so eine erste Reaktion der Besteiger via Funk. Das Gipfeltrapez sei sehr viel steiler gewesen als erwartet.

Umzukehren braucht Verstand

Tamara Lunger hatte knapp unterhalb des Gipfels abgebrochen - wegen extremer Müdigkeit und Unwohlsein schon ab dem frühen Morgen, heißt es aus dem Lager. 

Stolz ist ihr Umfeld dennoch auf ihre Leistung. Vater Hanspeter Lunger weiß, wie viel es seiner Tochter abverlangt haben muss, den Traum erstmal aufzugeben. "Umzukehren ist oft die größere Leistung", sagt er und verweist auf den Scheid und den Verstand, den man dabei so unmittelbar vor dem Ziel haben muss. 

Nach einer Nacht im Lager 4 ist der Abstieg für die vier Bergsteiger ins Basislager geglückt.

Am 11. März wird sich Lunger dann schließlich auf den Rückweg in die Heimat machen. 

stol

stol