Mittwoch, 28. Oktober 2015

„Zwanziger lügt“: Netzer droht mit Klage

Nächstes Kapitel in der Affäre um die Fußball-WM 2006: Günter Netzer geht juristisch gegen Theo Zwanziger vor und schickt dem früheren DFB-Boss eine Abmahnung. Der langjährige Funktionär zeigt sich aber wenig beeindruckt.

Günter Netzer (links) droht dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger mit einer Klage. (Fotos: apa/afp/dpa)
Günter Netzer (links) droht dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger mit einer Klage. (Fotos: apa/afp/dpa)

Die wilde Schlammschlacht um die Sommermärchen-Affäre entwickelt sich voraussichtlich zum Fall für die Gerichte. Günter Netzer geht juristisch gegen Theo Zwanziger vor und droht dem früheren DFB-Präsidenten mit Klage.

Zwanziger hat nun bis Freitag 14 Uhr Zeit, um Behauptungen zu unterlassen, wonach er von Netzer erfahren habe, dass das Bewerbungskomitee die Stimmen der vier asiatischen Vertreter in der FIFA-Exekutive bei der WM-Vergabe gekauft habe. Zwanziger zeigte sich unterdessen unbeeindruckt von der drohenden Klage und setzte zugleich seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach mit weiteren Anschuldigungen unter Druck.

Wenn Zwanziger bei seiner Behauptung gegen Netzer bleibt, soll eine Unterlassungsklage folgen. „Entweder er verpflichtet sich, die Verleumdungen künftig zu unterlassen oder er muss sich vor Gericht verantworten. Die Wahl liegt bei ihm“, sagte Höcker der Deutsche Presse-Agentur und bestätigte entsprechende Berichte der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Sport-Bild“.

Zugleich führte Höcker an, dass Netzers Frau bei dem Treffen im Herbst 2012 mit am Tisch gesessen habe und den Inhalt der Unterredung auch bezeugen könne.

„Sie kann bezeugen, dass Zwanziger lügt“, sagte der Jurist der „SZ“ und Netzer betonte: „Ich weiß, dass ich solche Verleumdungen leider noch aufwerte, wenn ich den Rechtsweg beschreite. Aber es gibt einen Punkt, an dem man so etwas nicht mehr einfach ignorieren kann. Und der ist jetzt gekommen.“

Zwanziger blieb aber gelassen. „Es ist sein gutes Recht, seinen Standpunkt auf diesem Wege zu vertreten, wichtiger wäre es allerdings zur Aufklärung beizutragen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist nicht die erste Unterlassungserklärung, die ich in meinem Leben sehe. Sie waren selten erfolgreich.“

dpa

stol