Zugleich warnt er jedoch vor Schnellschüssen. Zur Erinnerung: <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/wenn-nichts-passiert-gehen-wir-auf-die-strasse" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">ASGB-Chef Tony Tschenett sorgte jüngst mit seinem Vorschlag, der von anderen Gewerkschaften mitgetragen wird, für Aufsehen.</a> Über ein zusätzliches, fixes Lohnelement sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern in der Privatwirtschaft 100 Euro mehr im Monat bezahlen, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust der letzten gut anderthalb Jahre ein wenig auszugleichen. Grundlage des zusätzlichen, fixen Lohnelements könnte ein sektorenübergreifendes Abkommen auf lokaler Ebene sein – unterzeichnet von den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden im Land. <BR /><BR />Zusätzlich sollte das Lohnelement jährlich an die Inflation angepasst werden. „Passiert in dieser Sache nichts, müssen wir eben auf die Straße gehen“, wie Tschenett gegenüber diesem Medium betonte. <BR /><BR /><embed id="dtext86-58086674_quote" /><BR /><BR />SWR-Präsident Giudiceandrea kann Lohnerhöhungen grundsätzlich schon etwas abgewinnen, ob es jedoch in dieser pauschalen Form sein müsse, gelte es gemeinsam zu diskutieren. „Zunächst sollte man sich die Situation in den Betrieben der einzelnen Branchen etwas genauer anschauen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man dann schnell feststellt, dass sehr viele bereits übertarifliche Löhne bezahlen“, meint er. <BR /><BR />„Das hat vor allem mit der Jobsituation in Südtirol zu tun. Arbeitskräfte sind bekanntlich rar bei uns, wer da als Betrieb nicht gut zahlt, wird es schwer haben, um im Wettbewerb der Arbeitskräfte zu bestehen. Diese Situation mit einem Unterangebot an Bewerbern dürfte sich eher verschärfen, die Dynamik und Mobilität am Arbeitsmarkt zunehmen. Vor diesem Hintergrund bin ich davon überzeugt, dass der Markt die Lohnfrage zu einem wesentlichen Teil von alleine regelt.“<h3> „Aufpassen, dass Betriebe nicht wegsterben“</h3>Nicht vergessen dürfe man in der ganzen Diskussion aber jene Betriebe, die es sich nicht leisten könnten, die Löhne anzuheben: „Es ist sicherlich nicht die Mehrheit, aber doch sind sie Teil der unternehmerischen Realität in Südtirol. Man denke zum Beispiel an energieintensive Firmen, die mit Unternehmen aus dem Ausland konkurrieren müssen, wo die Energiekosten teils erheblich niedriger sind.“ Man müsse da schon aufpassen, dass diese Betriebe nicht wegsterben. <h3> „Wir werden eine Lösung finden“</h3>„Ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung mit den Gewerkschaften finden werden, so wie uns das in Vergangenheit auch immer gelungen ist. Die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern in Südtirol funktioniert grundsätzlich sehr gut.“