Es könne beobachtet werden, dass der Gast in einer globalisierten Welt wieder ein verstärktes Bedürfnis nach Heimat, nach Sicherheit und nach Vertrauen spüre, betonte HGV-Präsident Walter Meister. Die regionale Küche mit regionalen Produkten biete die besten Chancen, Glaubwürdigkeit zu vermitteln. „Wir besitzen eine Gasthauskultur mit großer historischer Tradition und haben deshalb optimale Voraussetzungen, um dem Trend hin zu regionalen und saisonal betonten Küche erfolgreich folgen zu können“, sagte der HGV-Chef. Es gelte diese Chance zu nutzen „Das wollen wir mit der Marke ,Südtiroler Gasthaus'“. Was aber kann man sich darunter vorstellen? „Die HGV-Initiative will alle südtiroltypischen Gasthäuser mit ihrem Ambiente, ihrem Charme und ihrer Tradition und kulturellen Verwurzelung unter der Marke ,Südtiroler Gasthaus' vereinen“, erklärte Herbert Hintner.Die Kriterien sind hoch: So muss bei jenen Betrieben, die ein „Südtiroler Gasthaus“ sein wollen, mindestens 75 Prozent der Speisekarte aus südtiroltypischen Gerichten bestehen. Des Weiteren müssten einheimische Produkte verwendet werden – immer passend zur Saison. Auch bei der Getränkekarte muss der lokale Bezug hergestellt werden: Mindestens 75 Prozent des nichtalkoholischen und alkoholischen Getränkeangebotes müsse einheimischer Herkunft sein.Doch nicht nur auf Essen und Trinken wird geachtet. „Auch die Südtiroler Gasthauskultur und -tradition muss gepflegt werden“, so Hintner. So müsse außerdem auf den Schutz der traditionellen Bausubstanz und der Einrichtung geachtet werden. Welche Betriebe können sich nicht für das „Südtiroler Gasthaus“ bewerben? Pizzerias, bzw. Betriebe, in denen Pizza angeboten wird. Auch reine Beherbergungsbetriebe könnten der Gruppe nicht beitreten.„Wir müssen wieder echt werden und das machen, was wir am besten können“, erklärte Hintner den Hintergrund der Initiative. „Wir müssen wieder unsere Gerichte kochen.“Man müsse dabei aber bei der Wahrheit bleiben: „Der Gast ist nicht blöd und merkt sofort, wenn man ihm etwas als heimisch verkauft, das es nicht ist.“ Lügen würden sofort bestraft.Sowohl Hintner als auch Meister zeigten sich vom Erfolg des „Südtiroler Gasthauses“ überzeugt. „Mit unserer Initiative werden wir dazu beitragen, dass aus dem Südtiroler Gasthaus eine Marke wird, die für Kultur, Tradition, Brauchtum, heimische und regionale Kost, kulinarischen Genuss und Orte der Kommunikation steht“, sagte Meister abschließend.