Wie es 2022 um die Events in Südtirol steht, weiß Roland Barbacovi, Gründer und Leiter der Meraner Eventagentur „Showtime Agency“.<BR /><BR /><BR /><b>Herr Barbacovi, wie haben Sie 2021 als Konzertveranstalter erlebt?</b><BR />Roland Barbacovi: Hinter uns liegen 2 Katastrophenjahre: 2020 hatten wir Einbußen von 90 Prozent, 2021 waren es 80 Prozent. Haben wir früher 200 bis 250 Veranstaltungen organisiert, so waren es im vergangenen Jahr 30 oder 40, immer mit stark reduzierter Kapazität und weiteren Einschränkungen. Es war eine sehr schwierige Zeit. <BR /><BR /><b>Wie eng musste das Korsett bei den Zuschauerzahlen geschnürt werden?</b><BR />Barbacovi: Als Beispiel: Vor Corona wurden die Veranstaltungen in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff von rund 2000 Personen besucht, in diesem Jahr durften wir nur 500 Personen zulassen. Am Kronplatz war es noch drastischer: Wo einst 10.000 Leute im Freien gefeiert haben, durften diesmal nur 1000 Leute hin. Und auch in den Theatern wurde die Kapazität auf die Hälfte reduziert. Mit den zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen war also auch 2021 kostenmäßig ein Mehraufwand – und die 10 Prozent mehr Umsatz zu 2020 wurden damit wieder eingebüßt. Neben der Reisebranche und den Diskobetreibern sind sicher wir Eventdienstleister die großen Verlierer der Pandemie.<BR /><BR /><b>Wie geht es nach 2 so schweren Jahren weiter?</b><BR />Barbacovi: Wir haben das Glück, dass wir unsere 6 Mitarbeiter halten konnten und sind für den Neustart im März bereit. Es wird aber ein holpriger Start werden, vor allem, weil viele selbstständige Ton- oder Lichttechniker mittlerweile Job gewechselt haben, immerhin kann es sich nicht jeder leisten, 2 Jahre nicht oder kaum zu arbeiten. Wir beginnen zunächst im Kleinen mit Veranstaltungen im Theater, ehe wir im Mai mit Otto Waalkes und David Garrett wieder größer durchstarten. Im Sommer kommen dann Andreas Gabalier und Mark Forster nach Meran. Hoffen wir, dass alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-52423459_quote" /><BR /><BR /><b>Immer wieder mussten Events und Veranstaltungen verschoben werden. Wie haben die Ticketinhaber reagiert?</b><BR />Barbacovi: Eigentlich sehr positiv: Jeder ist von der Situation selbst betroffen und hat deshalb Verständnis. Das Publikum hat Lust und Hunger auf Konzerte, man merkt, dass die Events in 2 Jahren einfach gefehlt haben. Die meisten haben ihre Tickets umgebucht, Anfragen für Rückerstattung gab es nur sehr wenige. Und viele Termine im Herbst sind bereits ausverkauft, hier denken wir bereits über Zusatztermine nach.<BR /><BR /><b>Vor einem Jahr haben Sie die Befürchtung ausgesprochen, dass es heute einige Unternehmen in der Branche nicht mehr geben wird. Haben sich diese bewahrheitet?</b><BR />Barbacovi: Das wird man erst sehen, wenn es wieder losgeht. In Südtirol gibt es abgesehen von uns nicht viele Konzertveranstalter, aber italienweit fallen sicher 30 Prozent durch das Raster. Auch beim Vermitteln unserer Künstler nach Deutschland und Österreich haben wir bemerkt, dass es viele Veranstalter, die vor der Pandemie nicht gut aufgestellt waren, nicht mehr gibt. <BR /><BR /><b>Welche Hilfe erhalten Sie von Seiten der Politik?</b><BR />Barbacovi: Wie im Vorjahr haben wir auch 2021 einen Hilfsbeitrag erhalten, aber wir hoffen, dass noch etwas dazukommt. Sonst werden wir es kaum bis März schaffen. 2 Jahre der Pandemie sind äußerst schwierig zu überstehen. <BR /><BR /><b>Dennoch blicken Sie 2022 positiv entgegen?</b><BR />Barbacovi: Ja. Nach der Durststrecke wird 2022 sicher vieles an Programm für die Zuschauer zu bieten haben, man kann sich auf tolle Events freuen: Nicht nur wir stehen schon in den Startlöchern, auch die Künstler können es kaum erwarten, wieder auf der Bühne zu stehen.