„Get your Job in 24 hours“ nennt sich die HR-Initiative. Durst-CEO Christoph Gamper erklärt im Interview mit s+ die Hintergründe. <BR /><BR /><b>Herr Gamper, ein Bewerbungsverfahren zieht sich nicht selten über mehrere Wochen, manchmal sogar noch länger, hin. Wie wollen Sie das in 24 Stunden schaffen?</b><BR />Christoph Gamper: Es ist tatsächlich so, dass Bewerbungsverfahren grundsätzlich viel zu lange dauern. Meist hängt das mit Terminkollisionen, Auslandsreisen, Urlauben usw. zusammen. Das ist ein großes Problem – für uns und die Bewerber, weil sich der ganze Prozess unnötig verzögert. Mit unserer HR-Initiative wollen wir zeigen, dass es auch anders funktioniert, wenn man es nur gut organisiert. Damit gehen wir völlig neue Wege, etwas Vergleichbares hat noch kein Unternehmen in Südtirol versucht und auch international ist mir keine Initiative dieser Art bekannt. <BR /><BR /><b>Wie wird das konkret ablaufen?</b><BR />Gamper: Aktuell läuft die Vorbereitungsphase, bei der die Bewerber ihr Interesse für eine Stelle bekunden können, indem sie ihre Bewerbungsunterlagen auf unsere Homepage hochladen. Tun sie das, sind sie am 4. August, dem eigentlichen Recruiting-Tag dabei. „Get your Job in 24 hours“ besteht aus 2 Runden: Einer Online-Runde am Vormittag, bei der der Bewerber via Zoom oder Teams mit der Geschäftsführung und den jeweiligen Abteilungsverantwortlichen in Kontakt tritt. Übersteht ein Bewerber diese Runde, wird er eingeladen, am Nachmittag zu uns in die Firma Durst nach Brixen zu kommen, dabei kann er die Geschäftsführung, seine künftigen Arbeitskollegen und das Umfeld samt Benefits – vom hauseigenen Restaurant über Mitarbeiterlounges bis hin zum Fitnessstudio - kennenlernen. Er bekommt einen Eindruck, was es bedeutet, ein „Durstler“ zu werden.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-55366691_quote" /><BR /><BR /><b><BR />Und nach diesem Tag ist der gesamte Bewerbungsprozess abgeschlossen?</b><BR />Gamper: Exakt. An diesem Tag werden alle, die in die Personalentscheidung eingebunden sein müssen, verfügbar sein. Zugleich bekommt der Bewerber einen Eindruck vom Unternehmen und dem Umfeld, der ausreichen dürfte, um sich für oder gegen uns zu entscheiden. Am Ende des Tages wird man sehen, ob der Bewerber eine Zukunft bei Durst haben wird oder nicht. <BR /><BR /><b>Wie viele Jobs sind am 4. August zu vergeben?</b><BR />Gamper: Wir sind heuer umsatzmäßig bereits um 40 Prozent gewachsen; vor diesem Hintergrund suchen wir händeringend nach weiteren Kräften. Am 4. August geht es um 20 Jobs. Gesucht werden überwiegend höher qualifizierte Profile; vom Software-Ingenieur bis hin zum Programmierer, Elektroniker usw.<BR /><BR /><b>Woher sollen die Bewerber kommen?</b><BR />Gamper: Unsere Zielgruppe sind Bewerber aus Südtirol und den Nachbarregionen, die wir über Print- und Onlinemedien sowie unsere Social-Media-Kanäle ansprechen. <BR /><BR /><b>Welche Erwartungen haben Sie ans Recruiting-Experiment?</b><BR />Gamper: Ich denke, dass es schon realistisch ist, dass sich jeweils 2 oder auch mehr Bewerber je Stelle melden. Wir sehen das ja auch jetzt schon anhand der Zugriffe auf unsere Webseite, dass das Interesse sehr groß ist. Aber Bilanz gezogen wird am Schluss. Sollte die Initiative erfolgreich sein, könnte sie in Zukunft wiederholt und auch international ausgerollt werden. Denkbar ist da vieles. Das Problem des Arbeitskräftemangels sehen wir weltweit, beispielsweise in den USA; dort der Arbeitsmarkt sehr eng und es gibt einen harten Wettbewerb um Fachkräfte.