Im Jahr 2009 waren durchschnittlich 410.800 in Südtirol ansässige Personen im erwerbsfähigen Alter, d.h. mindestens 15 Jahre alt. Insgesamt zählte die Südtiroler Wohnbevölkerung 494.300 Personen. Bei dieser Erhebung werden nur die in Haushalten lebenden Personen erfasst; daher sind die in Gemeinschaften Lebenden (Bewohner von Altersheimen, Kasernen, Klöstern usw.) in diesen Zahlen nicht enthalten.244.200 Erwerbspersonen in SüdtirolAm Erwerbsleben beteiligten sich 244.200 Personen (Erwerbspersonen), und zwar entweder als Erwerbstätige (97,1 Prozent) oder als Arbeitsuchende (2,9 Prozent). 166.600 in Südtiroler im erwerbfähigen Alter gelten als Nichterwerbspersonen. Zu dieser Gruppe zählen Rentner, Hausfrauen, Schüler, Studenten usw.Die Erwerbsquote, die sich aus dem Anteil der Erwerbspersonen an der Wohnbevölkerung zwischen 15 und einschließlich 64 Jahren errechnet, belief sich laut ASTAT im Jahr 2009 auf 72,6 Prozent. Wie in den Jahren zuvor wurde auch 2009 ein beachtlicher Unterschied zwischen der Erwerbsquote der Frauen (64,2 Prozent) und jener der Männer (80,8 Prozent) registriert.Südtirol erfüllt Lissabon-VorgabenAuch die Erwerbstätigenquoten lagen nahe bei diesen Werten, sodass Südtirol in diesem Fall die Zielsetzung, welche sich die EU mit der Lissabon-Strategie bis zum Jahr 2010 gesetzt hatte, erfüllt (Erwerbstätigenquote insgesamt bei 70 Prozent und jene der Frauen bei 60 Prozent). Allerdings wurde das Lissabon-Ziel von 50 Prozent für die älteren Erwerbstätigen, also die 55- bis 64-Jährigen, dem ASTAT zufolge nicht erreicht: Die diesbezügliche Quote lag 2009 bei 41,5 Prozent.Betrachtet man die Erwerbsbeteiligung nach Alter, so wird ersichtlich, dass die Erwerbsquoten der Männer 2009 wie in den Jahren zuvor in allen Altersklassen deutlich über jenen der Frauen lagen. Die absolut höchste Erwerbsquote wiesen die Männer im Alter von 45 bis 49 Jahren auf (98,3 Prozent); ab 55 Jahren begann die Quote bei den Männern stärker zu sinken. Bei den Frauen gab es bereits in den Altersklassen 30 – 34 und 35 – 39 einen Knick, häufig bedingt durch familiäre Gründe (Kindererziehung), so das ASTAT. 25- bis 29-Jährige arbeiten am häufigstenDie Frauenerwerbsquote verzeichnete in den Altersklassen 25 – 29 (81,8 Prozent) und dann 40 – 44 und 45 – 49 den höchsten Stand (80,9 Prozent bzw. 80 Prozent). Wie bei den Männern begann auch bei den Frauen ab dem Alter von 55 Jahren der Berufsausstieg.Die durchschnittliche Erwerbsquote Südtirols (72,3 Prozent) im Jahr 2009 lag ziemlich nahe an den Durchschnittswerten der EU (EU-15 72,5 Prozent/EU-27 70,9 Prozent) und der Nachbarländer Trentino (69 Prozent) und Tirol (75,4 Prozent). Von den 237.200 Erwerbstätigen des Jahres 2009 waren 26,9 Prozent selbstständig und 73,1 Prozent unselbstständig tätig. Während bei den Männern fast jeder dritte Erwerbstätige als Selbstständiger arbeitet, trifft dies bei den Frauen auf jede fünfte zu. Die unselbstständig Erwerbstätigen waren im Schnitt 38,7 Jahre alt und leisteten 35,5 Arbeitsstunden pro Woche, während sich das mittlere Alter bei den Selbstständigen auf 46,6 Jahre belief und sie 45,3 Stunden pro Woche arbeiteten. Fast 70 Prozent im Dienstleistungsbereich tätig164.400 Erwerbstätige, das sind 69,3 Prozent, übten im Jahr 2009 ihre Haupttätigkeit im Dienstleistungsbereich aus. Im Produzierenden Gewerbe und in der Landwirtschaft arbeiteten im Vergleich dazu weniger Personen, und zwar 24 Prozent bzw. 6,7 Prozent.Von den 237.200 Erwerbstätigen des Jahres 2009 waren 81,1 Prozent vollzeit- und 18,9 Prozent teilzeitbeschäftigt.Laut ASTAT ging der Großteil der Bediensteten aus familiären Gründen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Wie schon in den vergangenen Jahren waren viel mehr Frauen als Männer teilzeitbeschäftigt: 37,3 Prozent der erwerbstätigen Frauen und nur 5 Prozent der erwerbstätigen Männer hatten ein Teilzeitarbeitsverhältnis.Von den 173.500 unselbstständig Erwerbstätigen erklärten 85,2 Prozent, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu haben, während 14,8 Prozent befristet beschäftigt waren. Der Anteil der Letzteren schwankte zwischen 12,1 Prozent bei den Männern und 17,8 Prozent bei den Frauen. Arbeitslosenquote: 3,4 Prozent bei Frauen, 2,5 Prozent bei MännernIm Jahr 2009 waren in Südtirol durchschnittlich 3600 Frauen und 3400 Männer aktiv auf Arbeitsuche. Die Arbeitslosenquote (Anteil der Arbeitsuchenden an den Erwerbspersonen) belief sich insgesamt auf 2,9 Prozent; die Frauenarbeitslosigkeit betrug 3,4 Prozent, die Männerarbeitslosigkeit 2,5 Prozent. Von den Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren waren 2000 auf Arbeitsuche. Dies entspricht einer Jugendarbeitslosenquote von 8,9 Prozent.Unter den 7000 Arbeitsuchenden im Jahr 2009 waren dem ASTAT zufolge etwa 1800 (25,2 Prozent) langzeitarbeitslos, d.h. seit einem Jahr oder länger aktiv auf Arbeitsuche.Die Arbeitslosenquote Südtirols ist im internationalen Vergleich sehr niedrig: Ihr Wert war 2008 mit 2,4 Prozent etwas niedriger als im Trentino (3,3 Prozent), gleich hoch wie im Bundesland Tirol, aber wesentlich niedriger als im EU-Durchschnitt (7 Prozent).