Bei der ordentlichen Vollversammlung des Sennereiverband Südtirol im „Haus der Tierzucht“ in Bozen sprach Verbandsobmann Joachim Reinalter von Höhen und Tiefen. Die europäische Milchbranche habe im Jahr 2009 die bislang heftigste Krise seit Bestehen der EU-Milchmarktordnung erlebt, die Talsohle in dieser äußerst gespannten Situation sei zwar erreicht, aber noch nicht durchschritten, hieß es. Trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise und fallender Milchpreise sei die angelieferte Milchmenge in Südtirol nach Jahren des Rückgangs im 2009 um 1,6 Prozent gestiegen. „Zufriedenstellender Milchpreis“„Dass es die Südtiroler Milchwirtschaft trotz schwieriger Marktbedingungen geschafft hat, einen zufriedenstellenden Milchpreis zu erwirtschaften, ist für mich das wichtigste Ergebnis im abgelaufenen Tätigkeitsjahr, denn genau das bildet die Lebensgrundlage für unsere Bergbauern“, freute sich Reinalter.Die Milchhöfe und Sennereigenossenschaften Südtirols konnten für ihre Mitglieder einen im Vergleich zum benachbarten Ausland zufriedenstellenden Milchpreis von 46,2 Eurocentent pro Kilogramm erwirtschaften.Verbandsdirektorin Annemarie Kasers parch von einem im Vergleich zum benachbarten Ausland zufriedenstellenden Preis. „Der Preis ist zwar um knapp zwei Eurocent niedriger als im Vorjahr, in Österreich und Deutschland betrug der Rückgang jedoch in etwa zehn Eurocent pro Kilogramm“.Laut Reinhalter könne nach dem Krisenjahr 2009 leider nicht von einem stabilen Aufwärtstrend 2010 die Rede sein, „das neue Tätigkeitsjahr wird sicher nicht einfacher. Der Markt stellt die Betriebe immer vor neuen Herausforderungen, aber die Südtiroler Betriebe sind gut aufgestellt und je mehr sich das Bewusstsein ausbreitet, dass Zusammenarbeit auch Marktanteile bringt, umso besser wird es den Betrieben gehen!”, so Reinalter. Joghurt- und Käseproduktion entwickeln sich positiv, Milch rückläufigMit rund 830 Beschäftigten gelten die Südtiroler Milchhöfe und Sennereigenossenschaften als wichtige Arbeitgeber. Die Joghurtproduktion entwickelte sich im Jahr 2009 wieder positiv mit einer jährlichen Produktion von knapp 100 Millionen Kilogramm. Auch der Bereich Käse, Mascarpone und Ricotta zeigt ein weiterhin erfreuliches Wachstum und die Ziegenmilchproduktion gilt als kleines, aber feines Segment mit stetem Wachstum. Ein Sorgenkind stellt die Frischmilch dar, wo seit Jahren eine rückläufige Tendenz feststellbar ist. Für die 367 Millionen Kilogramm angelieferte Milch an die 5.500 Milchlieferanten wurden knapp 169,7 Millionen Euro an Milchgeld ausgezahlt. Der Umsatz 2009 ist auf knapp 366 Millionen Euro gesunken (-1,9%).