Nach den vorläufigen Daten des Statistikamtes Astat verzeichneten die Beherbergungsbetriebe im vergangenen Jahr 9,1 Millionen Ankünfte und 38,2 Millionen Übernachtungen. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von 3,9 Prozent bei den Ankünften und 3,1 Prozent bei den Übernachtungen.<BR /><BR />Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 4,2 Tagen auf dem Niveau des Vorjahres. Sie liegt damit aber unter dem Wert von 2016, als Gäste im Schnitt noch 4,5 Tage in Südtirol blieben. Der Tourismus wächst also weiter – allerdings stärker über zusätzliche Gäste als über längere Aufenthalte.<h3> Zweitstärkster August aller Zeiten</h3>Der August war mit 1,3 Millionen Ankünften und 6,2 Millionen Übernachtungen erneut der wichtigste Reisemonat. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von 2,4 Prozent bei den Ankünften und 2,3 Prozent bei den Übernachtungen. Der August 2025 war damit der zweitstärkste Monat, der in Südtirol je gemessen wurde. Nur im August 2021 wurden mit 6,4 Millionen noch mehr Übernachtungen gezählt.<h3> Deutschland bleibt vorne – verliert aber an Gewicht</h3>Der wichtigste Herkunftsmarkt bleibt Deutschland. Gäste aus Deutschland kamen 2025 auf 3,56 Millionen Ankünfte und 17,18 Millionen Übernachtungen. Damit entfielen 39,3 Prozent aller Ankünfte und 44,9 Prozent aller Übernachtungen auf deutsche Gäste. Sie bleiben zudem im Schnitt länger: Die Aufenthaltsdauer lag bei 4,8 Tagen.<BR />Allerdings verliert der deutsche Markt an Gewicht. Im längerfristigen Vergleich ist der Anteil der deutschen Gäste an den Übernachtungen rückläufig. Das zeigt sich auch beim Blick auf die klassischen Kernmärkte insgesamt: Die DACH–Märkte Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien – kamen 2025 noch auf 80,8 Prozent aller Übernachtungen. 2016 waren es noch 88,7 Prozent. Südtirol bleibt damit stark von den traditionellen Märkten abhängig, wird aber zugleich internationaler.<BR /><BR />An zweiter Stelle folgen Gäste aus Italien, einschließlich Südtirol. Sie verbuchten 2,73 Millionen Ankünfte und 10,67 Millionen Übernachtungen. Das entspricht 30,1 Prozent der Ankünfte und 27,9 Prozent der Übernachtungen. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 3,9 Tagen.<BR /><BR />Zuwächse zeigen sich vor allem bei weiter entfernten Märkten. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Gästen aus asiatischen Ländern: Die Übernachtungen stiegen von 116.369 im Jahr 2016 auf 783.235 im Jahr 2025. Das entspricht inzwischen 2,0 Prozent aller Nächtigungen. Auch die USA legten deutlich zu: von 133.392 Übernachtungen im Jahr 2016 auf 592.690 im Jahr 2025. Ihr Anteil beträgt nun 1,5 Prozent.<h3> Pustertal bleibt stärkster Tourismusbezirk</h3>Nach Bezirken bleibt das Pustertal das Schwergewicht des Südtiroler Tourismus. Dort wurden 2025 insgesamt 11,77 Millionen Übernachtungen gezählt, also 30,8 Prozent aller Nächtigungen im Land. Dahinter folgen das Burggrafenamt mit 7,83 Millionen Übernachtungen und einem Anteil von 20,5 Prozent sowie Salten-Schlern mit 7,01 Millionen Übernachtungen und 18,3 Prozent. Am unteren Ende liegt Bozen mit 1,04 Millionen Übernachtungen. Bemerkenswert ist dabei: Die Landeshauptstadt überschritt erstmals die Marke von einer Million Nächtigungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74762921_quote" /><BR /><BR />Tourismuslandesrat Luis Walcher verweist vor diesem Hintergrund auf die unterschiedlichen touristischen Intensitäten in den Bezirken. „Es gilt, schwächer entwickelte Gebiete stärker zu fördern.“ Als Beispiele nennt er den Ausbau der Förderung für Dorfgasthäuser und die gezielte Unterstützung von Tourismusorganisationen in touristisch weniger entwickelten Gebieten.<BR /><BR />Die Herkunftsstruktur unterscheidet sich je nach Bezirk deutlich. Im Pustertal entfielen 41,6 Prozent der Übernachtungen auf italienische Gäste, 32,0 Prozent auf Gäste aus anderen Ländern und 26,4 Prozent auf deutsche Gäste. Im Burggrafenamt dominierten dagegen deutsche Gäste mit 58,4 Prozent der Nächtigungen. In Bozen wiederum war der Anteil der Gäste aus anderen Ländern mit 42,7 Prozent höher als jener der deutschen und italienischen Gäste.<h3> Hohe Tourismusdichte</h3>Die touristische Intensität bleibt hoch. Im Schnitt übernachteten 2025 täglich 19,4 Gäste je 100 Einwohner in Südtirol. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 18,8. Die Beherbergungsdichte stieg von 34,3 auf 35,5 Betten je Quadratkilometer. Südtirol zählt damit weiterhin zu den tourismusintensivsten Regionen Europas.<BR /><BR />Zugleich bleibt die Saisonalität eine Herausforderung. Der Gini-Index der Saisonalität lag bei 45,0 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert von 44,7 Prozent. Das weist auf eine mittel bis stark ausgeprägte Saisonalität hin – mit klaren Spitzen im Sommer und Winter sowie schwächeren Monaten dazwischen.<h3> Mehr Betten, mehr Betriebe</h3>Insgesamt standen den Gästen in Südtirol 2025 laut Astat 262.868 Betten in 12.187 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung. Die Zahl der Betriebe stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent, die Zahl der Betten um 3,7 Prozent. Laut Walcher handelt es sich bei der Zunahme der Bettenanzahl allerdings um Nachmeldungen. Diese Betten hätten also bereits vorher bestanden.