Dienstag, 16. Juni 2015

600,24 Euro pro Monat zum (Über-)Leben

600,24 Euro beträgt das festgesetzte Lebensminimum in Südtirol. Das ist nicht viel. Und dennoch leben knapp 4.500 Leistungsempfänger im Land noch unter dieser Armutsgrenze.

Mit 785,31 Euro müssen zwei Personen in Südtirol überleben.
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Mit 785,31 Euro müssen zwei Personen in Südtirol überleben. - Foto: © APA/DPA

Die Anzahl der Personen/Haushalte, die im Jahr 2014 in Südtirol unter der Armutsgrenze lebten, beträgt insgesamt 4.477 (= Leistungsempfänger Soziales Mindesteinkommen im Jahr 2014). "Davon waren insgesamt 1.972 Nicht-EU-Bürger. Das sind 44 Prozent", beanstanden die Freiheitlichen auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Dort präsentierten sie die Zahlen, die aus einer Anfrage an Sozialländesrätin Martha Stocker hervorgehen.

Recht ausführlich sind die Antworten nicht, offenbaren aber dennoch, wie es um die nackten Zahlen und Fakten der Armut in Südtirol und die Sozialhilfeleistungen bestellt ist.

Das festgesetzte Lebensminimum

Für das Lebensminimum in Südtirol gelten folgende Sätze:

• 600,24 Euro für eine alleinlebende Person
• 785,31 Euro für zwei Personen
• 1.020,41 Euro bei drei Familienmitgliedern
• 1.230,49 Euro bei vier Familienmitgliedern

Dies wurde mit einem Beschluss der Landeregierung im Dezember 2014 so festgelegt.

Die beunruhigenden Daten dazu: Laut Statistikamt ASTAT sind in Südtirol etwa 90.000 Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. "78.000 Südtiroler verfügen über ein Einkommen, das unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt", so die Freiheitlichen.

Kosten für die Sozialhilfe fast verdoppelt

Im Jahr 2014 hat das Land insgesamt 46.682.742 Euro für die 15 verschiedenen Sozialhilfeleistungen ausgegeben. 2012 waren es "nur" etwas mehr als die Hälfte davon: 25.386.552 Euro.

Die Erhöhung sei hauptsächlich auf den anteilmäßigen Übergang des Wohngeldes vom WOBI auf die Leistung "Miete und Wohnungsnebenkosten" zurückzuführen, so Stocker. Die restlichen Leistungen seien relativ stabil geblieben.

stol

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