Freitag, 18. August 2017

9 Millionen-Euro-Strafe für Telecom, Vodafone und Co.

Die Aufsichtsbehörde für Wettbewerb und Markt hat fünf italienische Telefonanbieter mit einer Geldstrafe belegt. Sie hatten bei Fernabsatzverträgen und Haustürgeschäften die Leistung bereits im Zeitraum von 14 Kalendertagen, in dem der Vertragsrücktritt noch möglich gewesen wäre, aktiviert, ohne dass der Kunde dies explizit verlangt hätte.

Ohren auf am Telefon.
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Ohren auf am Telefon. - Foto: © shutterstock

Zudem hatten sie Kunden nicht korrekt über die Kosten eines Rücktritts im Falle einer vorzeitigen Leistungsaktivierung informiert. Abgestraft wurden deswegen Telecom, Vodafone, Wind, Fastweb und Tiscali.

VZS: Viele Beschwerden wegen Telefon-Vertragsabschlüssen

In der Verbraucherzentrale Südtirol begrüßt man das Vorgehen der Aufsichtsbehörde und hofft, dass so in den Vertragsabschlüsse-Dschungel etwas Licht gelangen kann. Denn viele Verbraucher beschweren sich in den Beratungsstellen der VZS über die unerwünschten Folgen eines Vertragsabschlusses am Telefon.

Vorsicht ist geboten

Simone Romani, Berater im VZS-Bereich Telefonie meint dazu: „Tagtäglich melden Verbraucher, dass man ihnen am Telefon von drohenden Kostenerhöhungen berichtet hätte, oder man ihnen mitgeteilt hätte, dass sie zu einem anderen Anbieter wechseln müssten. Wir erinnern daran, dass jegliche Änderung der Vertragsbedingungen schriftlich mitgeteilt werden muss, und dass ein Anbieterwechsel niemals verordnet werden kann. Daher sollte man am Telefon stets vorsichtig sein, wenn es um Zustimmung oder Datenweitergabe geht, vor allem, wenn man nicht sicher ist, wer am anderen Ende der Leitung sitzt“, so die Verbraucherschützerin.

Immer wieder käme es zu Problemen beim Rücktritt von Telefonie-Verträgen bei vorzeitiger Aktivierung der Dienste, berichtet die VZS.

Wenn man zuerst einem Anbieterwechsel zustimme, dann aber innerhalb von 14 Kalendertagen von diesem neuen Vertrag zurücktrete, müsse der neue Anbieter den Vertrag annullieren, lautet die Grundregel, merken die Verbraucherschützer an.

Wenn aber die Leistung bereits aktiv sei oder die Leistung beim alten Anbieter bereits deaktiviert wurde, müsse der neue Anbieter die alte Linie nicht wiederherstellen. So blieben Verbraucher gänzlich ohne Linie, oder es werde unmöglich, das alte Angebot wieder zu erhalten.

VZS: Skepsis bei Angeboten am Telefon angebracht

Da in solchen Fällen die beiden Anbieter die Schuld beim jeweils anderen abladen, bleibe oft als einzige Lösung die Beantragung einer gänzlich neuen Telefonnummer, mit allen verbundenen Unannehmlichkeiten, so die Verbraucherzentrale.

Ihr Rat: Niemals einer vorzeitigen Vertragsausführung innerhalb der Rücktrittsperiode zustimmen. Und: Die Gültigkeit eines Angebots könne niemals von der Annahme dieser Klausel abhängen. Bei unklaren Angeboten am Telefon sollte man deshalb grundsätzlich eher misstrauisch sein.

stol

stol