<BR /><BR /><b>Mercedes drückt wie andere Autobauer auch bei der Produktion von E-Fahrzeugen aufs Gas. Doch in Italien hat die Elektromobilität noch nicht so recht den Durchbruch geschafft, der Anteil bei den Neuzulassungen liegt bei rund 4 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 18 Prozent. Weshalb?</b><BR />Marc Langenbrinck: Die Entwicklung der Elektromobilität basiert im Wesentlichen auf 3 Faktoren: Infrastruktur, Offenheit für neue Technologien und mittel- und langfristige Anreizpolitik. Das Engagement der Hersteller steht außer Frage: Wir verfügen heute über eine Palette von nicht weniger als 13 E-Modellen, vom Stadtauto bis zum Transporter, die den Mobilitätsbedarf von 90 Prozent unserer Kunden, die derzeit ein Auto mit Verbrennungsmotor fahren, decken können. Obwohl dies nicht unser Kerngeschäft ist, planen wir, weltweit 2000 Ladeparks mit mehr als 10.000 Schnellladepunkten einzurichten. Und auch unsere Partner vor Ort sind direkt in diesen Übergang involviert und spielen eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Elektromobilität, indem sie über die direkten Erfahrungen ihrer Kunden berichten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63100777_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Und was sagen die Kunden?</b><BR />Langenbrinck: 50 Prozent der Kunden, die ein Elektroauto ausprobieren, entscheiden sich für dessen Kauf. Um die Elektromobilität voranzubringen, müssen also alle ihre Rolle spielen: Institutionen und Energieversorger, indem sie die besten Bedingungen für die Entwicklung dieser Technologie schaffen, die in Italien leider bei 4 Prozent des Gesamtmarktes stecken bleibt.<BR /><BR /><b>In Vergangenheit waren Plug-in-Hybride beliebter als vollelektrische Autos. Wo wird kurzfristig die Entwicklung hingehen?</b><BR />Langenbrinck: Unsere Strategie ist bereits abgesteckt und weist direkt in Richtung vollelektrische Mobilität. Bereits Ende des Jahrzehnts werden wir ausschließlich reine Elektroautos auf den Markt bringen, sofern es die Marktbedingungen zulassen. Gleichzeitig ist die Plug-in-Motorisierung eine wichtige Brückentechnologie, die es uns ermöglicht hat, unsere Autos als echte Benchmarks auf dem Markt zu positionieren. Unser Plug-in-Angebot, das umfangreichste im Premium-Segment, ist in allen Baureihen vertreten, in den Benzinversionen, aber vor allem im Plug-in-Diesel, der mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 130 Kilometern ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Premium-Markt darstellt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="987034_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>In Bozen haben Sie vor kurzem einen neuen Mercedes-Showroom eröffnet. Welche Bedeutung haben solche Ausstellungsräume heute noch, wenn der Kunde alle Informationen online erhalten kann?</b><BR />Langenbrinck: Vor allem für Luxusmarken ist es entscheidend, ihren Kunden ein nahtloses Omnichannel-Erlebnis zwischen der physischen und der digitalen Welt zu bieten. Aus diesem Grund werden unsere Partner vor Ort heute und in Zukunft immer mehr zu einem strategischen Element der Customer Journey. Die direkte Beziehung zu den Kunden und all die Erlebnismöglichkeiten, die nur ein physischer Standort garantieren kann, sind die Elemente, die den Unterschied ausmachen. Und dafür kann ich unseren Partnern vor Ort nicht genug danken, die unsere Marken mit großer Leidenschaft und Professionalität vertreten, aber auch mit jenem menschlichen und persönlichen Beitrag, den das Internet niemals ersetzen kann. <BR /><BR />