Samstag, 12. März 2016

Ab heute neu: So kompliziert ist Kündigen

Danke und Auf Wiedersehen – doch so einfach ist das nicht. Wer heute seinen Job kündigen will, muss es online tun. An diesem Samstag tritt die „telematische Selbstkündigung“ in Kraft. Klingt kompliziert und ist es auch.

Ich bin dann mal weg - von wegen: Mit den neuen Regelungen zur Selbstkündigung erhöht sich der Aufwand beträchtlich.
Badge Local
Ich bin dann mal weg - von wegen: Mit den neuen Regelungen zur Selbstkündigung erhöht sich der Aufwand beträchtlich. - Foto: © shutterstock

Die telematische Form der Kündigung wurde im Zuge der staatlichen Arbeitsmarktreform "Jobs Act" eingeführt. Damit wird ab 12. März jegliche andere Form der Selbstkündigung unwirksam, und zwar auch die bisher am meisten genutzte Form auf Papier.

So geht’s!

Um überhaupt kündigen zu können, benötigen die Arbeitnehmer nun eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) des staatlichen Fürsorgeinstituts NIFS/INPS. Der PIN kann auf der INPS-Seite beantragt werden.

Zusätzlich ist eine Registrierung auf der Seite des Arbeitsministeriums notwendig. Erst dann kann das Kündigungsmodul ausgefüllt und telematisch verschickt werden. Die Kündigung muss über das Portal des Arbeitsministeriums erfolgen.

Oder besser: So sollte es gehen

„Soweit die Theorie, aber in der Praxis kann noch niemand sagen, wie die Abläufe genau sind und inwieweit sie bereits ab 12. März reibungslos funktionieren“, meinte vor einigen Tagen Helmuth Sinn, Direktor der Abteilung Arbeit.

Und siehe da: Weder der entsprechende Bereich auf der Seite des Arbeitsministeriums noch die versprochenen Erklärungsvideos sind bisher aktiviert worden.

Am Ende hilft nur der Gang zu Gewerkschaft – oder auch nicht

Die PIN-Nummer des NISF/INPS sowie die Registrierung auf der Seite des Arbeitsministeriums sind nicht erforderlich, falls die Selbstkündigung bei Patronaten, bilateralen Körperschaften und Gewerkschaften erfolgt. Diese sollen Hilfestellung für die Arbeitnehmer anbieten. Aber auch für sie war es bisher nicht möglich, sich auf der Webseite zu registrieren.

Von der telematischen Kündigungsprozedur ausgenommen sind öffentlich Bedienstete ebenso wie Hausangestellte und Arbeitnehmer, die während der Probezeit kündigen.

Vordruck auch in deutscher Sprache

Vorerst sei nicht vorgesehen, dass die Kündigungsprozedur auch über die Webseite der Landesabteilung Arbeit abgewickelt werden kann, erklärte Abteilungsdirektor Sinn. "Wir werden aber umgehend auf den Kündigungsbereich des Arbeitsministeriums verlinken, sobald dieser aktiviert ist", kündigte er an.

In einem Rundschreiben hat das Arbeitsministerium vor kurzem ausdrücklich klargestellt, dass zumindest der telematische Kündigungsvordruck auch in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt werde.

stol

stol