Mittwoch, 05. August 2020

Abrupter Absturz der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist in der Coronakrise - anders als in der weltweiten Finanzkrise - steil und abrupt abgestürzt. Die Krise 2008/2009 habe dagegen eher schleichend eingesetzt und sich zunächst nicht erkennbar auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt, so das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Europas größte Volkswirtschaft hatte im 2. Quartal 2020 einen noch nie da gewesenen Einbruch verzeichnet.

Die Coronakrise unterscheidet sich von der Finanzkrise.
Die Coronakrise unterscheidet sich von der Finanzkrise. - Foto: © APA (dpa) / Jan Woitas
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach einer ersten Schätzung der Statistiker um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zugleich sei die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt ungewöhnlich stark um 1,4 Prozent gegenüber dem 1. Vierteljahr 2020 zurückgegangen.

In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihren Ursprung in einer geplatzten Blase auf dem US-Immobilienmarkt hatte, begann der Abschwung den Angaben zufolge ab dem 2. Quartal 2008. Der Tiefpunkt wurde aber erst ein knappes Jahr später erreicht.

Damals brach das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Vierteljahr 2009 um 4,7 Prozent ein. Ab dem 2. Halbjahr 2009 erholte sich die Wirtschaft wieder. Das Vorkrisenniveau des BIP wurde den Angaben zufolge aber erst mit 1. Quartal 2021 wieder erreicht.

Aktuell rechnen Ökonomen ebenfalls mit einer Konjunkturerholung im 2. Halbjahr, nachdem die coronabedingten Einschränkungen ab Mitte Mai zunehmend gelockert wurden. Bis die deutsche Wirtschaft zu alter Stärke zurückkehrt, dürfte es nach ihrer Einschätzung allerdings noch eine Weile dauern.

apa