Die von der „Fondazione Nord Est“ veröffentlichte Studie, die im Auftrag des Unternehmerverbands Südtirol (UVS) erstellt wurde, zeigt auf, dass zwischen 2011 und 2023 rund 14.000 junge Menschen Südtirol den Rücken gekehrt haben. ( <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/unattraktives-suedtirol-5-junge-fachkraefte-wandern-ab-nur-einer-zieht-zu" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Lesen Sie hier mehr dazu</a>).<h3> „Diese Zahlen sind erschreckend“</h3>Die Südtiroler Hochschülerschaft (sh.asus) reagiert besorgt. „Wir laufen wirklich Gefahr, ein leeres und tendenziell überaltertes Land zu werden“, warnt der Vorsitzende Alexander von Walther.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126095_image" /></div> <BR /><BR />Weniger attraktive Jobmöglichkeiten im Vergleich zum benachbarten Ausland, kaum leistbare Mieten und niedrigere Löhne sind laut von Walther zentrale Gründe für die starke Abwanderung. „Die Politik muss sich wirklich fragen: Wollen wir nur Tourismus- und Einwanderungsland für einige wenige Wohlhabende sein oder wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen viele Menschen gerne zurückkommen, hier arbeiten und ihren Beitrag leisten“, betont er.<h3> „Wohnen muss endlich leistbar werden“</h3>Auch der Südtiroler Jugendring (SJR) schließt sich den Forderungen an. „Ohne Verbesserungen, vor allem in den Bereichen Wohnen und Arbeit, werden wir weiterhin junge Talente verlieren“, sagt SJR-Vorsitzende Tanja Rainer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126098_image" /></div> <BR /><BR />Als zentrale Maßnahme nennt sie das Konzept Bausparen Plus, das insbesondere junge Frauen und Familien beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen soll. „Auch gilt es, den Lebenshaltungskosten angemessene Löhne und Gehälter zu bezahlen“, so Rainer.<h3> „Attraktive Rahmenbedingungen sind entscheidend“</h3>Der Präsident des Unternehmerverbands Südtirol, Heiner Oberrauch, sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf: „Aufgrund des demografischen Wandels stehen wir im internationalen Wettbewerb um Arbeitskräfte. Nur wenn wir gemeinsam mit anderen Akteuren in Südtirol attraktive Rahmenbedingungen schaffen, können wir in diesem Wettbewerb bestehen.“<BR /><BR />Für Oberrauch spielt die Freie Universität Bozen eine Schlüsselrolle, um Talente anzuziehen. Uni-Rektor Alex Weissensteiner betont die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Südtirol. „Unsere Absolventinnen und Absolventen finden im Schnitt nach 2,5 Monaten einen Job in Südtirol. Bereits während des Studiums gibt es einen intensiven Austausch mit Unternehmen.“<BR /><BR />Zukünftig will die Universität verstärkt auf praxisnahe Weiterbildungsangebote für Berufstätige setzen. „Wir möchten innovative Lernmethoden fördern, bei denen interdisziplinäre Teams an konkreten Herausforderungen arbeiten – auch in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft“, so Weissensteiner.