Donnerstag, 15. November 2018

Achtung vor gefälschten Zahlungsaufforderungen

Kürzlich haben sich in Südtirol die Fälle von gefälschten Zahlungsaufforderungen wieder gehäuft. Im Handelsregister eingetragene Unternehmen erhalten via E-Mail Rechnungsschreiben von Absendern mit amtlich klingenden Namen. Die Handelskammer rät zur Vorsicht.

Eine E-Mail verlinkt zu einem gefälschten Zahlungsmodul, das die Eingabe der Kreditkartendaten fordert.
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Eine E-Mail verlinkt zu einem gefälschten Zahlungsmodul, das die Eingabe der Kreditkartendaten fordert. - Foto: © shutterstock

Zahlreiche Südtiroler Betriebe erhalten in vergangener Zeit gefälschte E-Mails mit Zahlungsaufforderungen, die den Eindruck erwecken, sie seien verpflichtend und von amtlichen Behörden ausgestellte Rechnungen.

Aktuell sind solche Zahlungsaufforderungen unter dem alten, nicht mehr verwendeten Südtirol-Logo im Umlauf. Sie werden via E-Mail an die Betriebe gesendet und stellen die Verlängerung einer angeblichen Brancheneintragung in Rechnung. Dabei handelt es sich aber um gefälschte Rechnungen, die unter keinen Umständen bezahlt werden sollen.

Außerdem sind Fälle von gefälschten Schreiben im Namen des Hosting Services „Aruba“ bekannt. Die Spam-Mails weisen die Empfänger darauf hin, dass die SEPA-Lastschrift, die fällige Rechnungsbeträge automatisch einzieht, der eigenen Bank abgewiesen worden sei.

Link zu falschem Zahlungsmodul

Die E-Mail verlinkt zu einem gefälschten Zahlungsmodul, das die Eingabe der Kreditkartendaten fordert, um den Service auch weiterhin zu garantieren. Auch hier ist höchste Vorsicht geboten, denn vor allem bei der Weitergabe von Kreditkartendaten kann der Schaden beträchtlich sein.

Diese derzeit kursierenden Schreiben gehen über die irreführenden Geschäftspraktiken hinaus und bereits in Richtung Betrug. Sie erfolgen nicht im Auftrag einer öffentlichen Behörde und es gibt auch keinerlei Pflicht, die angegebenen Beträge zu bezahlen.

Offiziell klingende Formulierungen täuschen

Irreführende Geschäftspraktiken dieser Art sind keine Seltenheit: Überall in Italien können Datensätze von im Handelsregister oder in anderen öffentlichen Datenbanken eingetragenen Unternehmen abgefragt werden.

Diese Betriebe werden in der Folge systematisch mit der Aufforderung angeschrieben, eine Gebühr für die Eintragung der eigenen Firmendaten in private Datenbanken und nicht offizielle Markenregister zu zahlen.

Hierbei wird bewusst eine offiziell klingende Formulierung gewählt, die bei schnellem Durchlesen als Zahlungsaufforderung für die Jahresgebühr oder andere Pflichtgebühren der Handelskammer verstanden werden kann. Erst im Kleingedruckten beziehungsweise bei genauerem Hinsehen wird ersichtlich, dass dies nicht der Fall ist.

Das können betroffene Unternehmen tun

Betroffene Unternehmer haben die Möglichkeit, die italienische Schutzbehörde für Markt und Wettbewerb auf unlautere Geschäftspraktiken beziehungsweise irreführende Werbeaktionen aufmerksam zu machen.

Die entsprechende Meldung kann entweder online unter www.agcm.it oder über die Grüne Nummer 800 166 661 erfolgen. Weiters hat das Unternehmen ein Rücktrittsrecht von 14 Tagen ab Zahlungsdatum.

stol

stol