„Für die Bauern war 2022 wenig zufriedenstellend, es war eine einzige Nullrunde, nichts wurde mit dem Obst verdient“, erklärt Hannes Oberrauch von der Obstversteigerung Unterland gegenüber diesem Medium. Die gute Nachricht: „Dieses Szenario dürfte sich heuer nicht wiederholen, zumal die Ausgangslage sehr günstig ist.“ So schlecht der Start im letzten Jahr war, so erfreulich fiel er in diesem Jahr aus. <BR /><BR />„Insgesamt beobachten wir, dass der Markt sehr aufnahmefähig ist“, so Markus Tscholl von der Obstversteigerung EGMA in Vilpian. „Die alten Äpfel aus Europa sind so gut wie aufgebraucht, jene, die es noch gibt, werden zu hohen Preisen verkauft. Zudem ist im Frühjahr weniger Ware von Übersee nach Europa gelangt, die Warenströme haben sich in Richtung Asien und USA verlagert. Zu guter Letzt lassen die jüngsten Ernteprognosen eine niedrigere Menge als im Vorjahr in Europa erwarten, man geht von 11,4 Millionen Tonnen aus. Kurzum: Das am europäischen Markt verfügbare Angebot ist eher knapp, die Nachfrage hoch“, erläutert Tscholl. <h3> Bis zu 80 Cent je Kilo</h3>Dies wirkt sich natürlich auf die Preise aus: „Für Gala-Äpfel im Kaliber 75 plus in der Steige werden bei den Versteigerungen 80 Cent je Kilo bezahlt.“ Zum Vergleich: Bei den ersten Versteigerungen im Vorjahr waren es 60 bis 62 Cent. „Für Gala im Kaliber 70 plus – immer in der Steige – gibt es aktuell 65 Cent, die Preise für Früchte der Größe 70 plus in der Großkiste liegen bei 48 bis 55 Cent“, Führt Tscholl aus. Die Qualität sei ansprechend, wenngleich es im wichtigsten Einzugsgebiet der EGMA, vor allem in Vilpian, Nals, Tisens und Prissian erheblich Hagelschäden gegeben habe. <BR /><BR />Zufrieden zeigt sich bislang auch Michael Oberrauch von der Obstversteigerung Sigmundskron, Südtirols ältester Obstversteigerung. „Die Farbausprägung ist schön, die Größen passen auch. Zugleich sehen wir, dass die angelieferten Äpfel knackig und haltbar sind. Beste Voraussetzungen also für eine gute Versteigerungssaison“, so Oberrauch. <h3> Hoffen auf das Wetter</h3>Nur das Wetter könnte noch zum Spielverderber für die Obstwirtschaft mutieren, meint Oberrauch von der Obstversteigerung Unterland. „Es bleibt zu hoffen, dass die vorausgesagte Hitzeperiode nicht schwere Unwetter nach sich zieht. Sollten diese ausbleiben, erwartet uns ein gutes bis sehr gutes Jahr“, betont auch er.