Das künftige Problem vieler Volkswirtschaften lässt sich auf eine simple Formel herunterbrechen: Während die Nachfrage nach Arbeitskräften wegen der Pensionierungswelle steigt, schrumpft das Angebot infolge rückläufiger Geburtenzahlen.<BR /><BR />Dass der demografische Wandel längst Einzug hält, zeigt auch die jüngste Untersuchung des Arbeitsförderungsinstituts (AFI). Quer durch alle Sektoren sind die über 50-Jährigen inzwischen stärker vertreten als die unter 30-Jährigen – besonders deutlich zeigt sich das im öffentlichen Dienst: Dort ist mehr als jede siebte Arbeitskraft älter als 60 Jahre.<BR /><BR />Diese Entwicklung bedeutet für Arbeitgeber zweierlei: „Erstens müssen sich Betriebe darauf einstellen, dass sie es mit älteren Belegschaften zu tun haben, und zweitens, dass sie Austritte in den nächsten Jahren stärker kompensieren müssen“, bringt es AFI-Direktor Stefan Perini auf den Punkt. Die Antwort darauf kann unterschiedlich ausfallen. Wo moderne Technik den Arbeitskräftemangel nicht ausgleichen kann, lautet sie jedoch häufig: Zuwanderung.<h3> Südtirol kaum konkurrenzfähig</h3>Da fast alle europäischen Volkswirtschaften vor demselben demografischen Winter stehen, fischen künftig alle im selben Teich. Der Wettbewerb um die besten Talente wird sich daher grenzüberschreitend verschärfen – und Südtirol hat dabei laut AFI schlechte Karten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75357501_quote" /><BR /><BR />Das Land schafft es kaum, qualifizierte Talente anzuziehen, verliert aber gleichzeitig die eigenen klugen Köpfe ans Ausland – Stichwort Brain Drain. „Vor allem verlieren wir Akademiker und wir akquirieren Niedrigqualifizierte, die dann im Gastgewerbe, der Landwirtschaft oder Teilen von verarbeitenden Gewerben arbeiten“, sagt Perini. Die Folge: Das Beschäftigungswachstum wird eben nicht primär von wertschöpfungsstarken Jobs getragen.<h3> Gute Löhne – aber nicht nur</h3>Um gegenzusteuern, gilt es laut AFI, attraktivere Rahmenbedingungen für qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen. Als entscheidenden Hebel nennt das Institut konkurrenzfähige Löhne. Wie groß der Nachholbedarf ist, zeigt eine Studie von Mercer Italia: Während das durchschnittliche Brutto-Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen in Italien bei rund 32.000 Euro jährlich liegt, sind es in Deutschland und Österreich rund 57.000 Euro, in der Schweiz sogar etwa 90.000 Euro.<BR /><BR />Doch nicht nur der Lohn spielt eine Rolle. „Auch das Thema leistbarer Wohnraum spielt sehr viel mit ein“, so Perini. Wer Spitzenkräfte im Land halten will, muss ihnen auch ein Zuhause bieten können.