Freitag, 19. Januar 2018

AFI: „Südtiroler sind Buggler“

Mit mehr als 38 Stunden ist die durchschnittliche Arbeitswoche in Südtirol deutlich länger als in den Nachbarländern – sowohl bei den Selbstständigen als auch bei den Arbeitnehmern. Das hat das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) bei einer Erhebung der Arbeitszeiten in Südtirol ermittelt.

Die in der Landwirtschaft tätigen Südtiroler arbeiten lange Stunden.
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Die in der Landwirtschaft tätigen Südtiroler arbeiten lange Stunden. - Foto: © shutterstock

Demnach erklären 21,8 Prozent der in Südtirol Befragten, heute mehr Stunden zu arbeiten als noch vor einem Jahr. Mehr als die Hälfte von ihnen (52,9 Prozent) hat damit kein Problem: Es entspreche ihren Wünschen und sei akzeptabel. Weniger lange Arbeitszeiten hingegen möchten Führungskräfte, Handwerker und Facharbeiter haben.

Mehr als ein Drittel arbeitet mehr als 40 Wochenstunden

Im Vergleich mit den Nachbarländern und dem italienischen Durchschnitt sticht aus der Erhebung des AFI heraus, dass in Südtirol fast ein Drittel der Beschäftigten (31,6 Prozent) mehr als 40 Wochenstunden arbeitet. Grund dafür sind laut Institut die langen Wochenarbeitszeiten in Bereichen wie Landwirtschaft und Gastgewerbe, bei den Führungskräften und besonderen Berufsgruppen wie dem Bedienpersonal von Maschinen und Anlagen.

„Arbeitszeiten von mehr als 40 Wochenstunden geben 67,5 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft, 54,7 Prozent der Beschäftigten im Tourismus und 55,7 Prozent in der Kategorie Führungskräfte an“, erklärt AFI-Vizedirektorin Silvia Vogliotti, die die Daten in Zusammenarbeit mit Forschungsmitarbeiterin Anna Tagliabue ausgearbeitet hat. 

Führungskräfte arbeiten am meisten

Für 4 von 10 Südtiroler Beschäftigten hat ein Arbeitstag mindestens einmal im Monat mehr als 10 Stunden. In der Landwirtschaft sind lange Wochenarbeitszeiten und eine Sieben-Tage-Woche häufig mit Stoßzeiten und Nebenerwerb verbunden. Im Tourismus nehmen die Beschäftigten oft überlange Arbeitstage oder verkürzte Ruhezeiten zwischen zwei Arbeitstagen in Kauf.

Die Berufsgruppe der Führungskräfte ist jene mit den meisten Arbeitsstunden. Bei ihnen kommen häufig mehr als 10 Stunden am Tag und 6 bis 7 Arbeitstage die Woche zusammen. 

Kürzer, also weniger als 35 Stunden pro Woche, arbeiten 27,2 Prozent der Südtiroler, das ist der niedrigste Wert im Ländervergleich. Die kürzere Arbeitswoche ist in der Kategorie „Private Dienstleistungen“ (43,9 Prozent) und im schulischen Bereich (63,8 Prozent) zu finden. Die vertragliche Vollzeit für die Lehrer etwa liegt unter 35 Stunden.

5-Tage-Woche am meisten verbreitet

Insgesamt 57,6 Prozent der Beschäftigten in Südtirol haben die klassische 5-Tage-Woche, ein Viertel die 6-Tage-Woche und 7,1 Prozent arbeiten an allen 7 Tagen der Woche. „Mehr als die Hälfte der Südtiroler sind durchaus zufrieden mit den eigenen Arbeitszeiten, am wenigsten zufrieden sind Landwirte und Führungskräfte“, so Vogliotti.

stol

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