„Faire Löhne, menschenwürdige Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ – so lautet das Credo, mit dem der AGB/CGIL in das neue Jahr startet. Angesichts der anhaltenden Inflation und internationaler Unsicherheiten fordert die Gewerkschaftsspitze eine klare politische Linie, um die Kaufkraft der Arbeitnehmer und Rentner in Südtirol zu sichern.<BR /><BR />Angesichts der internationalen Unsicherheiten und der anhaltenden Inflation fordert die Gewerkschaft eine klare politische Linie zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Rentnerinnen und Rentner, um die Kaufkraft zu sichern und wiederherzustellen. Für den AGB/CGIL bleiben starke Kollektivverträge das zentrale Instrument, um gerechte Löhne, reguläre Arbeitsbedingungen und demokratische Mitbestimmung zu gewährleisten. <BR /><BR />Ihre Erneuerung auf allen Ebenen ist eine grundlegende Voraussetzung für den sozialen Zusammenhalt. „Wir lehnen Formen prekärer Arbeit, unfreiwillige Teilzeitarbeit, Outsourcing und unbezahlte Überstunden entschieden ab“, erklärt Angelika Hofer vom Sekretariat des AGB/CGIL. Der AGB/CGIL fordert daher stabile Arbeitsverhältnisse, gesundheitsverträgliche Arbeitszeiten und klare kollektivvertragliche Regelungen.<BR /><BR />Die Sicherheit am Arbeitsplatz bleibt ein zentraler Schwerpunkt, ebenso wie die Auftragsvergabe und die damit verbundenen Risiken. Hinzu kommen das Fehlen eines Industrieplans sowie die dringende Notwendigkeit, das Problem der Stahlwerke zu lösen und die komplexe Situation von SASA zu bewältigen. In der Provinz Bozen sind die Ziele in Bezug auf Gleichstellung der Geschlechter und den Abbau von Diskriminierung noch nicht erreicht, was neben der ökologischen Nachhaltigkeit ein grundlegender Aspekt ist, um die Abwanderung junger Menschen zu verhindern. Es ist noch zu früh eine Bewertung der tatsächlichen positiven Auswirkungen der von den Gewerkschaften nachdrücklich unterstützten IRAP-Regelung auf die Verhandlungen des Jahres 2025 abzugeben.<BR /><BR /><BR /><BR />Auf staatlicher Ebene hat sich die Gewerkschaft CGIL 2025 zum ersten Mal an einer Kampagne zum Referendum über die Arbeit beteiligt. „Wir haben nicht genügend Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme bewegen können, um das Quorum zu erreichen und das war sicherlich eine Niederlage, insbesondere in unserer Provinz, wo die Beteiligung unter dem Durchschnitt lag“, erklärt die Generalsekretärin Cristina Masera. <BR /><BR />Im Jahr 2026 beteiligt sich die CGIL am Komitee „Zivilgesellschaft für NEIN zum Verfassungsreferendum“ zu Themen der Justiz mit dem Slogan „Stimme mit NEIN, um Gerechtigkeit, Verfassung und Demokratie zu verteidigen“. Die Wahlkampagne wird am 10. Januar 2026 gestartet und die Sammlung digitaler Unterschriften unterstützt. Ein weiteres nationales Engagement für 2026 wird die Sammlung von Unterschriften für einen Gesetzentwurf zur Unterstützung des öffentlichen Gesundheitswesens sein. <BR /><BR />„Im Mittelpunkt unseres Vorschlags steht die Erhöhung der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP auf 7,5 Prozent, während das Haushaltsgesetz eine schrittweise Senkung vorsieht“, fährt die Generalsekretärin fort. Die Treffen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden werden fortgesetzt, um eine Einigung über den Vertretungsanspruch und dessen tatsächliche Durchsetzbarkeit zu erzielen und so zu vermeiden, dass Tarifverträge, die weder von Gewerkschaften noch von Arbeitgeberverbänden unterzeichnet wurden, dennoch gültig sind.<BR /><BR />In Bezug auf die Organisation stellt Josef Lazzari fest, dass 2026 ein Jahr des Wandels für die CGIL sein wird, da anlässlich des 120-jährigen Bestehens nicht nur eine organisatorische Veränderung, sondern auch eine Überarbeitung des vor dreißig Jahren mit Trentin eingeführten Grundprogramms angestrebt wird, um die wichtigen Veränderungen in der Arbeitswelt und die Herausforderungen der kommenden Jahre zu berücksichtigen. „Ein inklusiver und umfassender Prozess, um uns auch in Zukunft bestmöglich zu engagieren. Dieser interne Prozess wird Ende des Jahres im nächsten Kongress münden“, erklärt Lazzari, Mitglied des Sekretariats.<h3> Der AGB/CGIL in Zahlen</h3>Der AGB/CGIL schloss das Jahr 2025 mit rund 42.000 Mitgliedern ab, was in etwa dem Vorjahr entspricht, und mit einem sehr ausgewogenen Verhältnis zwischen Frauen (49 Prozent) und Männern (51 Prozent). Etwa 67 Prozent sind Erwerbstätige, die restlichen 33 Prozent sind Rentner. Der Anteil ausländischer Arbeitnehmer beträgt 24 Prozent, davon 8 Prozent aus EU-Ländern. Ein wichtiger Faktor ist der Anstieg der Mitgliedschaften am Arbeitsplatz, der das Engagement der Fachgewerkschaften bestätigt.<BR /><BR />Das Jahr endet mit bedeutenden Ergebnissen für den Steuerdienst CAAF, der sich hinsichtlich der Anzahl der bearbeiteten Fälle als führendes Steuerberatungszentrum in Südtirol bestätigt. Im Einzelnen wurden im Laufe des Jahres 36.663 Mod. 730, 13.101 ISEE-Erklärungen und 25.100 DURP/EEVE-Erklärungen erstellt, Zahlen, die das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und die hohe organisatorische Leistungsfähigkeit der Dienststelle belegen.<BR /><BR />Das INCA Patronat hat im Jahr 2025 47.686 Anträge bearbeitet, davon 7.854 im Bereich Elternschaft (Einheitliches Kindergeld 1.006, Landesbeihilfe für Kinder 6.148 und Landesbeihilfe für Familien 700) und 996 Anträge auf Pflegegeld.<BR /><BR />Das Streitfragenbüro der Gewerkschaft hat einen Anstieg der Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und damit einen Anstieg der Inkassofälle für Arbeitnehmer festgestellt. Es wurde beobachtet, dass die Streitfälle des Jahres 2025 wie im Vorjahr vor allem die über 50-Jährigen betreffen, die hauptsächlich ihre wirtschaftlichen Rechte geltend machen wollen.