Auf einer Pressekonferenz am Freitag haben Vertreter der Gewerkschaft einen Streikaufruf gestartet und Gegenvorschläge zum Sparpaket der Regierung vorgestellt.„Dieses Sparpaket trifft uns alle, vor allem aber jene Familien, die am meisten Hilfe benötigen. Zahlen müssen die unteren und die mittleren Einkommensschichten und die ehrlichen Steuerzahler, weil die Steuern hauptsächlich zu Lasten der Löhne, Gehälter und Renten erhöht werden“, betonte der Generalsekretär des AGB/CGIL in Südtirol, Lorenzo Sola.Generalstreik am 6. September – Weitere Kundgebungen geplantUm gegen das geplante Sparpaket vorzugehen, habe sich der AGB/CGIL zu einer schnellen Antwort entschlossen, so Sola. Seine Gewerkschaft rufe - als einzige - zu einem Generalstreik am 6. September mit Beginn um 9.30 Uhr auf dem Matteotti-Platz auf.Zudem kündigte er für die nächsten Monate gezielte Kundgebungen und Maßnahmen an, um gegen das Sparpaket vor zu gehen. GegenvorschlägeDie Gewerkschaft AGB/CGIL hat auf der Pressekonferenz aber auch Gegenvorschläge zu den Maßnahmen der Regierung vorgestellt. Mit einer gerechten Lastenverteilung könnte man die selben Ziele erreichen, erklärten die Vertreter des AGB/CGIL.Nicht Löhne, sondern große Vermögenswerte seien zu besteuern, weiters müsse die Steuerhinterziehung wirksam bekämpft werden. Genauso können sich die Gewerkschaftsvertreter eine „Reichensteuer“ nach französischem Vorbild und eine „Sondersteuer“ für große Immobilien – Wert über 800.000 Euro – und für das Jahr 2012 eine Fixsteuer von einem Prozent auf große Immobilien vorstellen. Der Solidaritätsfonds solle zu Lasten aller Einkommensschichten im Verhältnis zur Steuerleistung, zu der sie fähig seien, eingehoben werden, fordern die Arbeitnehmervertreter. Genauso sei eine Neuregelung der Erbschaftssteuer notwendig. Die Steuern zu Lasten von Löhnen und Renten müssten gesenkt werden.Renten: Freiheit bei Wahl des Rentenbeginns„Das Sparpaket enthält Manipulationen des Sozialsystems, die ungerecht und kurzsichtig sind. Das Rentensystem wurde bereits mehrmals umgestaltet, in zwei Jahrzehnten gab es bereits fünf Rentenreformen“, kritisierte Sola.Bei der Wahl des Renteneintritts solle den Arbeitnehmern die größtmögliche Freiheit gewährleistet werden. Jeder solle selbst entscheiden können, ob er früher mit einer niedrigen Rente oder später mit einer höheren Rente in Pension gehen wolle. Der AGB/CGIL fordert darüber hinaus einen sanften Übergang vom Arbeitsleben ins Pensionsalter. Eine teilweise Verlängerung der Arbeitszeit solle nicht vom Gesetz vorgegeben, die Arbeitnehmer müssten selbst darüber entscheiden können. Auch den besonders Schwachen in der Gesellschaft solle eine beitragsbezogene Rente garantiert werden, so die Gewerkschaft.Wachstum: Energieplan erstellen – Ausgaben für Forschung steigern Für Nicolosi sind die Maßnahmen der Regierung „keine Lösung für die Probleme des Wachstums, der Beschäftigungslage und der Produktivität in Italien. Italien braucht eine Steuerreform“, forderte er. Das Land habe in den letzten 15 Jahren lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent erlebt, andere europäische Länder seien mit einem Wachstum von sieben bis acht Prozent davongezogen, so Nicolosi.Seine Gewerkschaft setze auf gezielte öffentliche Investitionen und auf Maßnahmen zur Förderung privater Investitionen und einen Plan zur Arbeitsplatzbeschaffung sowie zur Förderung der Inlandsnachfrage. Dafür schlage die Gewerkschaft AGB/CGIL einen Fonds für Wachstum und Innovation vor. Weiters brauche Italien einen nationalen Energiesparplan und eine grüne Wirtschaftspolitik, um die Energiekosten zu senken. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung müssten steigen, eine Industriepolitik für den Süden Italiens sei unumgänglich, um den Rückstand Italiens im Vergleich zu anderen europäischen Staaten auszugleichen, fordert die Gewerkschaft.tal