Zum ersten Mal seit der COVID-19-Pandemie verzeichnet das Angebot an über Onlineportale wie Airbnb oder Booking.com buchbaren Kurzzeitvermietungen in Italiens Großstädten einen Rückgang. Laut einer Untersuchung der Aigab, der nationalen Vereinigung der Betreiber von Kurzzeitvermietungen, wurden zwischen Januar und Februar 2025 über 8000 Inserate von den führenden Plattformen entfernt – ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vormonat.<BR /><BR />Besonders stark betroffen ist Florenz, wo die Zahl der Angebote um 20 Prozent gesunken ist. Auch Rom und Mailand melden deutliche Rückgänge von 9 beziehungsweise 8 Prozent. Marco Celani, Präsident von Aigab, kommentiert: „Die Eigentümer orientieren sich angesichts der neuen Vorschriften und Auflagen zunehmend an anderen Märkten.“ So sei die längerfristige Vermietung deutlich im Steigen begriffen. <h3> CIN-Pflicht als Hauptgrund</h3>Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist laut Aigab die Einführung des CIN-Codes („Codice identificativo nazionale“), der mittlerweile für Kurzzeitvermietungen verpflichtend ist. Ohne diesen Identifikationscode können Immobilien nicht mehr auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com gelistet werden. Infolgedessen haben die Plattformen Anzeigen ohne CIN-Angabe systematisch entfernt. Zusätzlich stellt die Pflicht zur persönlichen Identifikation der Gäste eine Hürde für Gastgeber dar. Schlüsselboxen gehören bekanntlich seit Ende 2024 der Vergangenheit an, wobei die Identifikation der Gäste auf Distanz wieder ermöglicht werden könnte. Wie genau, erörtern Vertreter des Tourismusministeriums und Interessensverbände bei einem Treffen am Donnerstag in Rom. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69061327_quote" /><BR /><BR />Beim Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) begrüßt man die jüngsten Zahlen: „Auch wenn Daten aus Südtirol bislang fehlen, deutet alles darauf hin, dass der CIN-Code ein effektives Instrument darstellt“, erklärt Direktor Raffael Mooswalder. „Als HGV und im Dachverband Federalberghi haben wir uns stets für die Einführung starkgemacht, trotz des anfänglichen Widerstands wegen des bürokratischen Mehraufwands.“ Die CIN-Pficht schärft laut Mooswalder das Bewusstsein der Gastgeber, dass mehr Kontrolle herrscht und ein einfaches „Weiter so“ nicht mehr möglich ist.<BR /><BR />Die CIN-Pflicht mache die Kurzzeitvermietung aufwändiger, sagt er. Und transparenter bzw. leichter auffindbar für die Behörden. Den Fiskus zu umschiffen ist damit nicht mehr so leicht möglich; zudem muss der CIN-Code sogar in der Steuererklärung angeführt werden.