Mittwoch, 21. Juni 2017

Airbus erleichtert Blackbox-Suche nach Unglücken

Der Flugzeugbauer Airbus will die Suche nach den Flugdatenschreibern nach einem Unglück künftig erleichtern.

Airbus will die Suche nach den Flugdatenschreibern nach einem Unglück künftig erleichtern.
Airbus will die Suche nach den Flugdatenschreibern nach einem Unglück künftig erleichtern. - Foto: © shutterstock

Ab Ende 2019 sollen Langstreckenjets des Konzerns bei einem Absturz ins Meer schwimmfähige Blackboxen ausstoßen. Die Technik stellte Airbus gemeinsam mit Zulieferern am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris vor. Bisher gestaltet sich die Suche nach den Flugdatenschreibern und Stimmrekordern im Meer oft schwierig, zumal das Ortungssignal der Geräte oft nach 30 Tagen verstummt.

2 Blackboxen pro Jet

Die neuen Blackboxen sollen mehrere Verbesserungen bringen. Während Flugzeuge bisher getrennte Rekorder für Flugdaten und Sprachaufnahmen aus dem Cockpit besitzen, sollen Airbus-Jets künftig zwei Boxen haben, die beides enthalten. Gemäß neuer Vorgaben von Flugaufsichtsbehörden sollen sie zudem Sprachaufnahmen der letzten 25 Stunden speichern.

Ortungssignal 90 Tage 

Bisher sind nur zwei Stunden gefordert. Außerdem sollen die fest installierten Boxen 90 Tage lang ein Ortungssignal abgeben.

Bei den Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe will Airbus gleich zwei der neuen kombinierten Blackboxen einbauen. Für die Langstreckenjets wie die A330, A350 und A380 sowie die Langstreckenversion der A321neo sind je eine fixe und eine ausstoßbare Box geplant.

Löst sich automatisch

Sie wird am Heck platziert und soll sich automatisch lösen, falls sich das Flugzeug etwa durch einen Aufprall verformt oder mehr als 2 Meter unter Wasser sinkt. Airbus würde die neue Technik gern zum Standard machen. Sie stehe auch anderen Flugzeugbauern offen, hieß es.

Schnellerer Fund soll erreicht werden

Nach dem Absturz eines Airbus von Air France 2009 vor der lateinamerikanischen Küste hatte es 2 Jahre gedauert, bis die Boxen aus großer Tiefe geborgen werden konnten. Die Boxen der Boeing-Maschine, die auf dem Malaysia-Airlines-Flug MH370 im Indischen Ozean verschwand, wurden bis heute nicht gefunden.

dpa

stol