Freitag, 03. April 2015

Aktion #augenauf: Gegen Explosion der großen Handelsflächen in Bozen

Dass in Bozen mehrere zusätzliche Großverkaufsflächen im Einzelhandel realisiert werden sollen, ist dem hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol ein Dorn im Auge.

Foto: hds
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Foto: hds

„Was uns sehr besorgt ist, dass Entscheidungen getroffen werden, ohne deren Folgen und Auswirkungen zu berücksichtigen. Entscheidungen wie die Verdoppelung der Verkaufsfläche des Kaufhauses ‚Twenty‘ (10.000 Quadratmeter), das neue ‚Kaufhaus Bozen‘ am Busbahnhofsareal (22.000 Quadratmeter), der völlig neu gestaltete Zugbahnhof inklusive einem weiteren Einkaufszentrum (40.000 Quadratmeter) und das angedrohte ,Aspiag-Shoppingcenter‘ in Bozen Süd (mindestens 30.000 Quadratmeter), sind absolut nicht aufeinander abgestimmt“, schreibt der hds in einer Aussendung.

Das seien zusätzlich 102.000 Quadratmeter (+ 64 Prozent) zu den in Bozen bereits vorhandenen 160.340 Quadratmetern. 

Der hds stellt sich die Frage, wieso es keine koordinierte Planung und Berücksichtigung dieser zusätzlich entstehenden enormen Verkaufsflächen in der Stadt gebe.

Die langfristigen Folgen solcher Entscheidungen würden nicht analysiert und nicht berücksichtigt. Man erkenne auch keine Maßnahmen, die den negativen Folgen solcher Entscheidungen entgegenwirken würden. 

Twitteraktion #augenauf

Aus diesen Überlegungen hat der hds eine breitangelegte Sensibilisierungskampagne durchgeführt, die den Namen „#augenauf“ trägt und die Explosion der großen Handelsflächen in Bozen im Visier hat.

Fünf verschiedene Fragen und Feststellungen waren unter anderm auf Plakaten ersichtlich, die an verschiedenen Fahrrädern und Klein-Lkws angebracht durch die Stadt zirkulierten.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Diskussion auf Twitter zu verfolgen und mitzudiskutieren.

Nicht gegen Umgestaltung des Busbahnhofs

Der hds stellt auch folgendes klar: Der Verband verschließe sich nicht der Umgestaltung des Areals „Busbahnhof“.

Aber er erwarte sich von der Politik eine überlegte und gesetzeskonforme Vorgangsweise, die die langfristigen Auswirkungen vor allem auf Handelsgleichgewicht, Tradition, soziales Umfeld und Lebensqualität gewissenhaft abwäge.

stol