Montag, 16. Mai 2016

Aktionäre von Mailänder RCS wollen Verlag komplett schlucken

Um das in Mailand börsennotierte Verlagshaus Rizzoli Corriere della Sera (RCS) ist ein offener Übernahmekrieg entbrannt. Nachdem die Verlagsgruppe im April das öffentliche Tauschangebot des Medienunternehmers Urbano Cairo abgelehnt hat, starten die Mehrheitsaktionäre von RCS mit einer Gegenoffensive.

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Ein Bündnis aus den RCS-Mehrheitsaktionären – der Mailänder Investmentbank Mediobanca, der Versicherer UnipolSai und der Reifenhersteller Pirelli – haben sich mit der Finanzgesellschaft Investindustrial verbündet und ein öffentliches Angebot für 77,4 Prozent der RCS-Aktien lanciert.

0,7 Euro pro Aktie werden angeboten. Der Preis enthält eine Prämie von 68,4 Prozent gegenüber dem Preis der RCS-Akie am 7. April, als Cairo sein Tauschangebot vorgelegt hatte.

Die Operation soll 282,7 Millionen Euro betragen.

Geplant ist die Gründung einer neuen Gesellschaft. Investindustrial soll eine 45-prozentige Beteiligung an der neuen Gesellschaft halten, den Rest sollen sich die Mehrheitsaktionäre des Verlagshauses aufteilen.

Die RCS-Aktionäre verpflichten sich, dem Geldhaus „neue Impulse für Wachstum“ zu geben.

Mediobanca spielt die Rolle des Finanzadvisors, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Presseaussendung.

Die Aktie des Verlagshauses wurde am Montagvormittag vorübergehend vom Handel ausgesetzt und legte danach um 21 Prozent auf 0,72 Euro zu.

apa

stol