Den gibt auch Petra Piffer zu. Hätte sie einen Wunsch frei, dann würde sie sich für die SASA 100 Busfahrer zusätzlich wünschen. „Die würde es auch tatsächlich dringend brauchen“, bestätigt Dalsass. Doch so wie sich den Gewerkschaften die Situation darstellt, muss man im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) froh sein, wenn man den aktuellen Personalstand halten kann. <BR /><BR /><b>„Die Spirale geht nach unten“</b><BR /><BR />„Die Spirale dreht sich nach unten“, erklärt Dalsass. „Zu wenige Busfahrer machen eine ordentliche und auch familienfreundliche Turnusplanung unmöglich. Schlechte Turnusgestaltung zusammen mit schlechtem Gehalt führen zu Kündigungen – und noch schlechterer Turnusplanung“. Kündigungen, so Dalsass, seien daher an der Tagesordnung, und das durchaus nicht nur bei der SASA, sondern bei allen Konzessionären. <BR /><BR /><b>Pandemiebedingt keine Auswahlverfahren und auch keine Ausbildungen</b><BR /><BR />Man könne die Dienste fast flächendeckend abdecken, beteuert Piffer. Aber dass insbesondere die Potenzierung der Dienste in den touristischen Zonen über den Sommer die SASA vor große Herausforderungen stellt, muss auch sie zugeben. „Wir konnten in den vergangenen 2 Jahren pandemiebedingt keine Auswahlverfahren und auch keine Ausbildungen durchführen“, führt sie als einen Grund für die aktuellen Probleme an.<BR /><BR /><b>Dass Busfahrer aus dem Süden nach wenigen Monaten wieder das Handtuch schmeißen, wundert Dalsass nicht</b><BR /><BR /> Hinzu kämen saisonale Arbeitskräfte von außerhalb des Landes, die über den Sommer wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Man starte aber jetzt wieder Wettbewerbe und bis zum Herbst auch wieder eine Ausbildung, bei der sich Interessierte auch ohne den entsprechenden Führerschein melden können. „Bis die dann allerdings soweit sind, dass sie sicher einen Linienbus fahren können, braucht es ein Jahr“, fügt Piffer hinzu. <BR /><BR />Dass Busfahrer aus dem Süden nach wenigen Monaten wieder das Handtuch schmeißen, wundert Dalsass nicht: „Für süditalienische Verhältnisse hören sich 1600 Euro Gehalt zunächst gut an, doch wenn sie dann mit den hiesigen Lebenshaltungskosten konfrontiert werden, gehen sie wieder.“ <BR /><BR />Geld allein mache den Beruf noch nicht attraktiv, weiß auch Dalsass, aber helfen würde es durchaus, um mehr Personal zu finden: „Wir haben der Landesregierung bereits 2018 einen fertig ausformulierten Entwurf für einen Landeszusatzvertrag als Vorschlag vorgelegt, der wurde ignoriert.“ Der akute Personalmangel sei das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse.