Mittwoch, 03. Juni 2020

Alitalia: Brüssel stoppt Italiens Rettungsplan für Airline

Die EU-Wettbewerbskommissarin erhebt Bedenken gegen die Verstaatlichungsabsichten der italienischen Regierung für Alitalia. Der Plan für finanziell schwer angeschlagene Airline sei „nicht einschneidend genug“.

Noch ist unklar, wie es mit der Airline weitergehen soll.
Noch ist unklar, wie es mit der Airline weitergehen soll. - Foto: © APA (AFP/Symbolbild) / ALBERTO PIZZOLI
Brüssel stoppt Italiens Rettungspläne für die Alitalia. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hält das Projekt der italienischen Regierung zur staatlichen Rettung der Alitalia für nicht annehmbar und fordert eine Änderung des Plans, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ (Mittwochausgabe).

Die EU-Kommissarin hält den Plan der Regierung für nicht einschneidend genug, um der Airline eine Zukunft zu sichern. Vestager fordert mehr Klarheit in Sachen Flotte und Slots. So muss die Regierung von Premier Giuseppe Conte den Plan für die Gründung einer neuen staatlichen Gesellschaft, die die Alitalia übernehmen soll, auf Eis legen, berichtete das Blatt. Die mit staatlichen Geldern finanzierte Gesellschaft hätte vom Wirtschaftsministerium in Rom Anfang Juni gegründet werden sollen.

Alitalia hat inzwischen ihre Liquidität verbraucht. 400 Millionen Euro, die der italienische Staat der Airline im Dezember gewährt hatte, seien weg. Noch unklar sei, wie lange sich die Airline über Wasser halten könne.

Mit weiteren 3 Milliarden Euro will die Regierung Alitalia unterstützen. Die Summe ist Teil eines Hilfspakets zur Abfederung der Schäden durch die Coronakrise in Italien. Alitalia macht seit 2002 keinen Profit mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte dem Unternehmen mit rund 10.000 Arbeitsplätzen in jüngerer Zeit bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt.

apa/pho

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