Mittwoch, 17. Juni 2020

Alitalia: Rom sieht keine Konkurrenz für Billigcarriers

Die italienische Regierung sieht in der neuen Alitalia mit staatlicher Beteiligung, die aus der Taufe gehoben werden soll, keine Konkurrenz für Billigcarriers. Die neue Alitalia werde auf internationaler Ebene agieren, ohne zu einem Konkurrenten für Low-cost-Gesellschaften zu werden, sagte die italienische Verkehrsministerin Paola De Micheli.

Alitalia ist seit 2017 insolvent.
Alitalia ist seit 2017 insolvent. - Foto: © ANSA / Redazione Telenews
Bei einer Videokonferenz mit Vertretern von Billigcarriern wie Ryanair, Easyjet, Vueling und Volotea erklärte die Ministerin, dass Finanzierungen für Alitalia, die die italienische Regierung im Rahmen des Stützungspakets für den Neustart der italienischen Wirtschaft locker gemacht habe, Billigcarrier nicht benachteiligen sollten.

„Keine Vorschrift will den gesunden Wettbewerb zwischen Fluggesellschaften beeinträchtigen, von dem die Bürger profitieren“, sagte De Micheli. Die Finanzierungen für Alitalia seien unter anderem ein Beitrag für die Kosten der Airline bei der Rückführung von Italienern aus dem Ausland in der Phase des Lockdowns.

Man bemühe sich um Erhalt der 11.000 Jobs

Die neue Alitalia wird über eine Flotte aus circa 100 Maschinen verfügen. Die Regierung werde sich so stark wie möglich um den Erhalt der rund 11.000 Jobs bei Alitalia bemühen, so die Verkehrsministerin. Die neue Gesellschaft mit staatlicher Beteiligung solle Ende Juni gegründet werden.

Die Pläne für den Neustart Alitalias hatten kürzlich Kritik von Ryanair-Chef Michael O'Leary ausgelöst. Die italienische Regierung setze auf „Regeln nach nordkoreanischem Modell“, um Alitalia zu retten, protestierte O'Leary.

Alitalia macht seit 2002 keinen Profit mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, scheiterten. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte dem Unternehmen in jüngerer Zeit bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt.

apa