Dienstag, 18. Februar 2020

Alitalia schrumpft, Langstreckenrouten und Flotte werden gekürzt

Bei der krisengeschüttelten Alitalia kommt es zu einer Trendwende. Wollte die Fluggesellschaft noch bis vor Kurzem verstärkt in Langstreckenflüge zum Neustart investieren, so hat der neue Insolvenzverwalter der Airline, Giuseppe Leogrande, die Streichung zweier internkontinentaler Flugverbindungen ab April beschlossen. Zudem solle die Flotte verkleinert werden, berichteten italienische Medien.

Die Flotte der italienischen Airline soll verkleinert werden.
Die Flotte der italienischen Airline soll verkleinert werden. - Foto: © ANSA / Redazione Telenews
Ab April verzichtet Alitalia auf die Routen Rom-Seoul und Rom-Santiago de Chile. Nach Ablaufen des Leasingvertrags will Alitalia auf zwei Maschinen des Typs A330 und auf eine Boeing 777-300 verzichten, die Langstreckenflüge bedienen. Auch einige Maschinen für Mittelstreckenflüge sollen verkauft werden.

Die Pläne Alitalias treiben die Gewerkschaften auf die Barrikaden, die um die Zukunft der maroden Airline bangen. Sie planen weitere Streiks neben einem bereits für 25. Februar angekündigten Arbeitsausstand.

Im Dezember hatte die Regierung in Rom einen weiteren Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro für Alitalia genehmigt. Damit solle der Flugbetrieb der Gesellschaft vor einem möglichen Verkauf bis zum 31. Mai 2020 gesichert werden, wie es hieß. Die staatlichen Kredite für die Fluggesellschaft summieren sich auf nunmehr rund 1,3 Milliarden Euro.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Unternehmen diese jemals zurückzahlen kann. Damit würden die Kredite aus Sicht der EU-Kommission aber zu unerlaubten Subventionen. Alitalia fliegt derzeit mit knapp 11.000 Beschäftigten etwa 350 Millionen Euro Verlust im Jahr ein.

apa