„Das Unternehmen wird an den Bestbieter verkauft“, sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Zeitung „La Stampa“ (Mittwoch). Eine Mehrheit der Angestellten hatte den Sanierungsplan abgelehnt, der Gehaltskürzungen und Stellenstreichungen vorsah.Auf die Frage, ob etwas gegen eine Übernahme durch die Lufthansa spreche, sagte er: „Es gibt keine Einwände dagegen, aber die Entscheidung liegt bei den Anteilseignern.“ Mit Abstand größter Aktionär bei Alitalia ist die arabische Airline Etihad. Lufthansa wollte sich zu den seit Tagen zirkulierenden Spekulationen über eine mögliche Übernahme nicht äußern.Unter staatlicher Aufsicht„Am wahrscheinlichsten“ sei nun, dass Alitalia unter staatliche Aufsicht gestellt werde, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, dem Fernsehsender Tg3. Diese kommissarische Aufsicht könnte nach sechs Monaten mit einem Verkauf von Teilen oder des Ganzen enden, „oder mit der Abwicklung“.Staatliche Finanzhilfe hatte die Regierung ausgeschlossen. Calenda betonte am Mittwoch, Alitalia habe den Steuerzahler schon 7,4 Mrd. Euro gekostet. Die Verbraucherorganisation Aduc hatte die Airline ein Fass ohne Boden genannt.Auch die Banken wollen kein weiteres Geld mehr zuschießen. Von einer Abwicklung wären rund 20.000 Beschäftigte betroffen, 12.500 bei Alitalia selbst und weitere 8.000 bei Zulieferern.Alitalia schreibt seit vielen Jahren Verluste. Auch der Einstieg der Golf-Airline Etihad mit einer Beteiligung von 49 Prozent und Finanzspritzen dieses Anteilseigners halfen nicht. Dem Unternehmen macht vor allem die Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet zu schaffen.apa/dpa