Freitag, 17. November 2017

Alitalia-Sonderverwalter führen Gespräche mit Lufthansa

Die deutsche Lufthansa, Konzernmutter der AUA, hat die Gespräche über den Kauf der italienischen Fluglinie Alitalia gestartet. Eine zehnköpfige deutsche Delegation traf die drei von der italienischen Regierung mit dem Verkauf der Airline beauftragten Sonderverwalter, berichteten italienische Medien.

Die italienische Regierung bemüht sich, Alitalia als Ganzes zu verkaufen.
Die italienische Regierung bemüht sich, Alitalia als Ganzes zu verkaufen. - Foto: © LaPresse

Die Sonderverwalter werden weitere Gespräche mit Interessenten fortsetzen, um die „bestmögliche Lösung“ für die Zukunft der Airline zu finden, heißt es in einer Alitalia-Presseaussendung. Die Lufthansa dementierte Spekulationen, denen zufolge sie für einen großen Teil der Flotte der Alitalia bieten.

Über ihre Gespräche zum Verkauf der Alitalia informierten die Alitalia-Sonderverwalter am Freitag bei einem Treffen mit Managern der zivilen Luftfahrtbehörde ENAC und mit Verkehrsminister Graziano Delrio. Die Airline habe auf Jahresbasis Ausgaben in Höhe von 140 Mio. Euro gekürzt. 36 von 65 Managern haben die Airline verlassen. Der Umsatz sei steigend, im zweiten Halbjahr soll ein ausgeglichenes Ergebnis vorgelegt werden, verlautete es aus Alitalia-Kreisen.

Die italienische Regierung bemüht sich, Alitalia als Ganzes zu verkaufen

Sieben verbindliche Angebote sind für die Übernahme der Alitalia eingetroffen. Diese werden jetzt von drei Sonderverwaltern geprüft, die die italienische Regierung bei der Krisen-Airline eingesetzt hat. Auch der US-Fonds und BAWAG-Großaktionär Cerberus arbeitet an einem Plan zur kompletten Übernahme der Alitalia. Das Offert des US-Investors wurde allerdings nicht im Rahmen des Wettbewerbs vorgestellt, den die Sonderverwalter der italienischen Airline ausgeschrieben haben. Laut Medienberichten ist Cerberus bereit, zwischen 100 und 400 Mio. Euro für die Alitalia auszugeben.

Die italienische Regierung bemüht sich, Alitalia als Ganzes zu verkaufen und nicht den Flugbetrieb von den Bodendiensten zu trennen. Allerdings scheint fraglich, ob es überhaupt jemanden gibt, der Alitalia als Ganzes übernehmen würde – die Fluggesellschaft gilt als nicht sanierbar. Die Billigfluglinie Ryanair hatte Ende September ihr Interesse zurückgezogen.

apa

stol