Mittwoch, 01. März 2017

Alitalia unter Druck: Aktionäre fordern Managementwechsel

Bei der krisengeschüttelten italienischen Fluggesellschaft Alitalia bahnt sich ein Managerwechsel an. Der arabische Mutterkonzern Etihad will den erst seit einem Jahr zu der Airline gewechselten Australier Cramer Ball ersetzen.

Foto: © LaPresse

 Als Nachfolger kommt der ehemalige Generaldirektor von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI, Luigi Gubitosi, infrage.

Auf den Managerwechsel drängt laut der Tageszeitung „Il Messaggero“ auch die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit, die mit der Bank Intesa Sanpaolo zu den Großaktionären der krisengeschüttelten Airline zählt. Die Aktionäre prüfen diese Woche einen drakonischen Rettungsplan, der den Konkurs der Airline abwenden soll.

2000 Jobs sollen gestrichen werden

Der Plan, der von Alitalias Aufsichtsrat am kommenden Montag abgesegnet werden soll, sieht Indiskretionen zufolge die Streichung von circa 2000 Jobs vor. Damit sollen die Personalkosten heuer um 160 Millionen Euro gekürzt werden. Die Airline beschäftigt etwa 12.000 Mitarbeiter.

Um Alitalia über Wasser zu halten, ist allein für heuer eine Geldspritze von rund 900 Millionen Euro notwendig, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ am Mittwoch. Wegen Divergenzen unter den Aktionären sei der Rettungsplan, über den schon seit Monaten diskutiert wird, noch nicht in die Tat umgesetzt worden.

Alitalia kann mit ihren liquiden Mitteln nur noch bis Anfang April auskommen. Die Airline verliert fast 2 Millionen Euro pro Tag. 2016 beliefen sich die Verluste italienischen Medien zufolge auf 600 Millionen Euro. Dabei hätte die Airline laut Plan 2017 die Gewinnschwelle erreichen sollen.

apa

stol