Geschäftsführer Andrea Ragnetti kündigte strenge Ausgaben- und Personalkürzungen an, die seiner Ansicht nach notwendig seien, um der Krise Stand zu halten. Laut einem Sanierungsplan, der den Gewerkschaften am Dienstag in Rom vorgestellt wurden, sollen 690 Jobs wegrationalisiert werden. Dies werde sowohl das Bord- als auch das Bodenpersonal betreffen.Damit sollen 30 Mio. Euro eingespart werden. Die Gewerkschaften reagierten auf den Sparplan empört. Ein weiteres Treffen zwischen Alitalia-Management und Gewerkschaften ist kommende Woche geplant.Steigende Spritpreise, Flugsteuer und die scharfe Konkurrenz der Hochgeschwindigkeitszüge und der Low-cost-Gesellschaften nagen an der Stabilität des ehemaligen Monopolisten, der auch dieses Jahr die Gewinnschwelle verfehlen wird. Alitalia verdoppelte ihre Verluste im ersten Halbjahr 2012 auf 201 Mio. Euro. Dabei hatte sich Alitalia das Ziel gesetzt, bis Ende 2012 die Gewinnschwelle zu erreichen, zu der sie seit ihrer Privatisierung 2009 noch nie gelungen war.Der Umsatz stieg um 4,1 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Der Ladefaktor kletterte um 3,4 Prozent auf 71,1 Prozent. Das Unternehmen meldete im ersten Halbjahr 2012 eine Verschuldung von 862 Mio. Euro, das sind 8 Mio. Euro mehr gegenüber 31. Dezember 2011. Elf Mio. Passagiere flogen im ersten Halbjahr mit Alitalia, das waren 0,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2011.