Freitag, 23. September 2016

Alpenschützer fordern eine Denkpause

Nördlich und südlich der Alpen gibt es Organisationen, die das Gebirge dazwischen schützen und nachhaltig entwickeln wollen. Ein Gipfeltreffen der Alpenschützer hat am Freitag in Innsbruck stattgefunden. Ihre Forderung: eine Denkpause.

So schön, so nah, so begehrt. Doch wie viel Wirtschaft vertragen die Alpen? Die Umweltschützer meinen: Es reicht.
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So schön, so nah, so begehrt. Doch wie viel Wirtschaft vertragen die Alpen? Die Umweltschützer meinen: Es reicht. - Foto: © shutterstock

CIPRA steht für „internationale Alpenschutzkommission“. Es ist eine Organisation, die sich den Schutz der Alpen auf die Segel geschrieben hat. CIPRA unterhält 7 nationale Vertretungen – es gibt CIPRA Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, Slowenien und Schweiz. Und eine regionale Vertretung: CIPRA Südtirol.

Der Chef von CIPRA Südtirol ist ein bekanntes Südtiroler Gesicht. Klauspeter Dissinger ist den meisten wohl als Vorsitzender des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz bekannt. Am Freitag nahm er als Vorsitzender von CIPRA Südtirol im Innsbrucker Hotel Sailer Platz. Dort redete er, gemeinsam mit weiteren Cipra-Kollegen, „gegen die ungebremste Wachstumsspirale beim Seilbahnbau“ an.

Die geforderte Denkpause

Es ist nicht die Seilbahn an sich, die den Alpenschützern sauer aufstößt. "Im Gegenteil: In vielen Fällen sind sie ja ein alternatives und klimafreundliches Verkehrsmittel und daher gewünscht", präzisiert Dissinger. 

Man sei also nicht generell gegen Seilbahnen, sehr wohl aber gegen ihre Rolle in der Erweiterung von Skigebieten. Denn gegen die Erschließung neuer Skigebiete und den Zusammenschluss von bestehenden wehren sich die CIPRA-Vertreter vehement. "Wir lehnen dies aus umweltpolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen ab", betont Dissinger.

In Innsbruck forderten die Umweltschützer deshalb eine Abkehr von der Strategie des „ungebremsten Wachstums“. Diese Strategie beeinträchtige die Umwelt und stehe im Widerspruch zu den großen Herausforderungen wie dem Klimawandel. „Es braucht eine alpenweite Denkpause“, verlangte Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International.

Gegen Erschließungen in Südtirol

Zudem pochten die Vertreter der Alpenschutzkommission auf die Ausarbeitung eines „Konzepts der alpinen Raumordnung“ auf Basis der Alpenkonvention sowie die Einhaltung von bestehenden raumplanerischen Grundlagen durch die Behörden.

Die Alpenschutzkommission forderte einen „Dialog auf Augenhöhe“ mit den Tourismusverantwortlichen und der Politik. Und: Man wolle nun den Vorlauf für die 14. Alpenkonferenz in Deutschland Mitte Oktober nützen, an der auch die Umweltminister der Alpenstaaten teilnehmen werden. Dort sollten sich die Verantwortlichen der Problematik annehmen.

Ein Dorn im Auge sind den Alpenschützern etwa die in Diskussion stehenden Erschließungen vom Kaunertaler Gletscher ins Langtauferer Tal sowie von Sexten nach Sillian ist Osttirol.

stol/apa

stol