"Gegen eine Privatisierung, die die Zukunft des universellen Dienstes in Frage stellt und die wichtige soziale Rolle des größten Dienstleistungsunternehmens Italiens für die Bevölkerung nicht berücksichtigt" dagegen wehren sich die Postgewerkschaften SLP-CISL, SLC-CGIL, FAILP-CISAL, CONFSAL.COM und UGL-COM, sie haben deshalb für den 4. November einen ganztägigen Streik ausgerufen - einige der Südtiroler Postämter werden dennoch geöffnet bleiben.Italienweit, so die CGIL/AGB in einer Aussendung, finden Protestaktionen statt, vor dem Sitz von Poste Italiane in Rom wird eine Kundgebung abgehalten. Einige Arbeitnehmer aus Südtirol und Trentino werden laut Gewerkschaft an der Kundgebung in Mestre teilnehmen.Gewerkschaften befürchten StellenabbauEin wesentlicher Streikgrund ist der nächste Privatisierungsschritt von Poste Italiane, der tausende Arbeitsplätze gefährden wird, wie die Gewerkschaft am Mittwoch mitteilte. Italienweit könnten bis zu 20.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. In Südtirol sind zwischen Schalter- und Zustelldienst rund 900 Personen beschäftigt. Diese Arbeitsplätze könnten proportional zum restlichen Staatsgebiet betroffen sein, schreibt die CGIL/AGB in ihrer Aussendung.Zudem habe es 2016 in Südtirol rund 40 vorzeitige Arbeitsaustritte mit Unterstützung im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierung („esodi incentivati“) gegeben. Diese Personen seien nicht ersetzt worden, was sich auf die Arbeitsqualität auswirke.An Schaltern herrscht PersonalmangelDie Privatisierung – so die Kritik der Gewerkschaften – ziele angesichts der Staatsverschuldung nur darauf ab, Ressourcen einzutreiben. Die Einnahmen aus Dividenden zugunsten des Wirtschaftsministeriums, und somit für die Allgemeinheit, werden sinken. Weiters beanstanden die Gewerkschaften die ausbleibende Rückgewinnung des Paketzustell- und Logistikmarkts sowie die ungenügende Umsetzung der Neuordnung der Postdienste, den Personalmangel an den Schaltern, die Einschränkung der Öffnungszeiten der Postämter und die Postzustellung an alternierenden Tagen.All dies wirke sich negativ auf die Qualität des Dienstes am Bürger aus. Und auf den Finanzberatern der Post laste ein sehr großer Erfolgsdruck.Gewerkschaften hoffen auf hohe StreikbeteiligungIm Vorfeld des Streiks seien laut Pressemitteilungen zahlreiche Gewerkschaftsversammlungen abgehalten worden. Die rege Teilnahme an den Versammlungen lasse auf eine gute Streikbeteiligung hoffen. Im Rahmen dieser Protestinitiative sind die Beschäftigten zudem aufgerufen, die Mehrstunden, also Arbeitsstunden, die über die gewöhnliche Arbeitszeit hinausgehen, vom 24. Oktober bis 23. November 2016 zu bestreiken.stol