Dienstag, 30. Juni 2020

Am Mittwoch sinkt die Bargeld-Grenze

Ab dem morgigen Mittwoch treten 2 neue Bestimmungen zum Zahlungsverkehr in Kraft: die Herabsetzung der Grenze für Bargeldtransaktionen auf 1999,99 Euro und das Steuerguthaben von 30 Prozent der Kommissionen für elektronische Zahlungen wie POS- oder Kreditkartenbezahlung. Der Wirtschafts- und Steuerberater Walter Steinmair erklärt in den „Dolomiten“ was Unternehmer und Privatpersonen wissen müssen.

Ab dem morgigen Mittwoch sind Bargeldzahlungen von über 1999,99 Euro verboten. Der Wirtschafts- und Steuerberater Walter Steinmair (im Bild) erklärt in den „Dolomiten“, was Unternehmer und Privatpersonen wissen müssen.
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Ab dem morgigen Mittwoch sind Bargeldzahlungen von über 1999,99 Euro verboten. Der Wirtschafts- und Steuerberater Walter Steinmair (im Bild) erklärt in den „Dolomiten“, was Unternehmer und Privatpersonen wissen müssen.
„Dolomiten“: Herr Steinmair: Ab morgen sind Bargeldzahlungen von über 1999,99 Euro verboten. Das bisherige Limit von 2999,99 Euro wird somit weiter verringert. Gilt diese Beschränkung für alle Transaktionen?

Walter Steinmair: Diese Einschränkung der Bargeldzahlungen gilt für jegliche Transaktion zwischen verschiedenen Subjekten. Das Verbot greift also, sobald das Bargeld Eigentümer wechselt. Aber Entnahmen aus der Kassa von Seiten eines Freiberuflers oder Einzelunternehmers unterliegen nicht dieser Einschränkung, es handelt sich dabei ja immer um dasselbe Subjekt. Entnimmt aber ein Gesellschafter Bargeld aus der Kassa der Gesellschaft, so handelt es sich um eine Transaktion zwischen 2 verschiedenen Subjekten, dann greift die Beschränkung.

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„D“: Wie ist die Regelung bei aufgeteilten Zahlungen oder Ratenzahlungen?

Steinmair: Betroffen von der Einschränkung sind auch künstlich aufgeteilte Zahlungen, die eine Operation betreffen, die wirtschaftlich als eine einzige angesehen werden kann. Obwohl in diesem Zusammenhang ein Beobachtungszeitraum von 7 Tagen festgelegt wurde, kann der Geschäftsfall bei einer Kontrolle immer als ein Einziger angesehen werden, die 7 Tage stellen also keinen Ausweg zur Umgehung der Bargeldbeschränkung dar. Erlaubt sind hingegen vertraglich festgelegte Ratenzahlungen in bar, sofern die einzelne Rate nicht die Grenze überschreitet.

„D“: Dürfen Urlauber also auch nicht mehr in bar bezahlen, wenn die Rechnung mehr als 1999,99 Euro ausmacht?

Steinmair: Für Zahlungen von Touristen aus dem Ausland – EU, nicht-EU – an Tourismusbetriebe, Geschäfte und Reisebüros kann die Bargeldgrenze auf 15.000 Euro erhöht werden. Es bedarf dazu jedoch einiger Kriterien.

„D“: Nämlich?

Steinmair: Es braucht eine eigene Meldung bzw. ein Ansuchen an das Finanzamt, die persönlichen Daten des Touristen, eine Meldung über die im Jahr kassierten Beträge, und die kassierten Beträge müssen am nächsten Tag in ein Bankkonto eingelegt werden.

„D“: Welche Strafen sind vorgesehen, wenn die neuen Bargeldbeschränkungen nicht eingehalten werden?
Steinmair: Die Strafen für die Verletzung der Bestimmungen zu den Bargeldzahlungen belaufen sich von 2000 Euro bis 50.000 Euro.

sor