Sonntag, 13. September 2020

Anschober kündigt strenge Auflagen für Wintertourismus an

Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat in der „ORF-Pressestunde“ strenge Auflagen für den Wintertourismus angekündigt. Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand werden Gäste und Touristiker durch die Saison begleiten, Après-Ski in der bisherigen Form wird es nicht geben. Die SPÖ sieht in dem kurzfristig für Sonntag einberufenen Treffen der Regierung mit den Sozialpartnern „Nervosität“.

Après-Ski in der bisherigen Form wird es nicht geben.
Après-Ski in der bisherigen Form wird es nicht geben. - Foto: © ROLAND SCHLAGER
Konkrete Maßnahmen nannte Anschober nicht, vieles hänge von der Situation vor Ort ab. Als Beispiel nannte er, ob es sich um offene oder geschlossene Gondeln handelt. Man sei hier kurz vor einer Einigung, nächste Woche würden Ergebnisse präsentiert. Die Rahmenbedingungen für den Wintertourismus würden jedenfalls „streng“ sein. „Es kommt nur in Frage, was verantwortbar ist“, so Anschober.

Zu dem angekündigten Treffen der Sozialpartner mit der Bundesregierung im Bundeskanzleramt in Wien am Sonntagnachmittag betonte der Gesundheitsminister, dass der Dialog mit allen Stakeholdern - auch den Landeshauptleuten und den Religionsgemeinschaften - verstärkt werde. Es gehe um eine Einschätzung der Lage und welche Auswirkungen es hätte, wenn Österreich durch einen exponentiellen Anstieg der Coronavirus-Infektionen „in eine echte zweite Welle kippt“.

Die SPÖ glaubt, dass die Regierung zunehmend nervös werde, da sie bisher „tatenlos“ gewesen sei. Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried forderte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf, beim Treffen der Regierung mit den Sozialpartnern „das dringend benötigte Beschäftigungs- und Investitionspaket zu verhandeln“.

Gelegenheit für den Beschluss eines solchen Pakets gebe es schon am Montag bei der von der SPÖ verlangten Sondersitzung des Nationalrats, betonte Leichtfried. Die SPÖ habe konkrete, rasch umsetzbare Vorschläge, um dieser Entwicklung gegenzusteuern. Die Regierung sei eingeladen, hier zuzustimmen.

Die SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek forderte konkrete Maßnahmen anstatt einer „PR-Show“. „Wir brauchen ein feministisches Konjunkturpaket, damit Frauen nicht zu den Verliererinnen der Coronakrise werden“, so Heinisch-Hosek.

apa