<BR /><BR />Anna Lisa Preindl ist dieser Tage eine gefragte Frau. Fernsehteams und große internationale Medien verlangen nach ihr, die Chefin des „Alpenhof“ und HGV-Ortsobfrau von Rasen-Antholz nimmt sich Zeit, erklärt, ordnet ein – und man spürt dabei auch einen gewissen Stolz. Denn was hier in Niederrasen entsteht, ist in dieser Form neu: Vier bestehende Hotels bilden erstmals ein Olympisches Dorf. Keine Container, keine Kasernen, keine Neubauten. Stattdessen Gastbetriebe, die seit Jahren Athleten beherbergen, gewachsen mit dem Biathlon, vertraut mit Weltcup-Routine und internationalem Spitzensport.<BR /><BR />„Die Sportlerinnen und Sportler wissen, was sie bei uns erwartet“, sagt Preindl. Schöne Zimmer, gutes Essen, ein freundliches Wort. Genau deshalb sei auch bei ihnen die Freude groß gewesen, als klar wurde, dass Olympia nach Rasen-Antholz kommt. Und auch deshalb stand von Anfang an fest, dass man keine Neubauten und keine anonymen Container wolle, sondern Gastfreundschaft, die seit Jahren gelebt wird. <BR /><BR />Für die Betriebe ist daher vieles Routine: „Wir sind mit dem Biathlonkomitee, das seit Jahren großartige Arbeit leistet, gewachsen“, sagt die Ortsobfrau. Man beherberge die Teams bei den Weltcups, wisse, was die Sportlerinnen und Sportler brauchen, gehe flexibel auf Wünsche von Mannschaftsärzten und Betreuern ein. <h3> Zutritt gibt es nur noch mit Akkreditierung – auch für die Gastgeberfamilie</h3>Olympia aber sei noch einmal etwas ganz anderes. Dann gelten die Standards des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) – und nach diesen werden seit gestern die Hotels „Alpenhof“, „Autentis“, „Garberhof“ und „Brunnerhof“ in Niederrasen umgestaltet. Es wird geräumt, umgebaut und organisiert – minutiös und streng nach IOC-Vorgaben. Der „Alpenhof“ fungiert dabei als Headquarter.<BR /><BR />Stuben werden zu Büros, in die Bar ziehen Laptops und Drucker ein, währenddessen werden Kaffeemaschinen, Gläser und Getränke ausgelagert. Die Zimmer werden als Einzelzimmer hergerichtet, Waschmaschinen installiert – getrennt für Athleten, Mitarbeiter und Volunteers. Firmenlogos verschwinden aufgrund der strengen Marken- und Sponsorenrechte. „Alle fixen Elemente bleiben im Haus, alles, was ausgelagert wird, kommt in die Tiefgarage, die aufgrund der Sicherheitsbestimmungen nicht genutzt werden darf“, erklärt Preindl.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266480_image" /></div> <BR />Am Mittwoch rückt die Hundestaffel an. Die Hotels werden von oben bis unten überprüft – und danach zur Hochsicherheitszone. Zutritt gibt es nur noch mit Akkreditierung – auch für die Gastgeberfamilie. „Wir wohnen hier seit Generationen“, sagt Anna Lisa Preindl. Um weiterhin nach Hause zu kommen, sind selbst die beiden Kinder akkreditiert und müssen durch die Sicherheitsschleuse samt Scanner vor dem Haus – wie jeder andere. „Und wie jedes einzelne Zuckerbriefchen“, ergänzt Preindl.<BR /><BR />Die Hotels haben sich auf vier Lieferanten geeinigt, „die das dankenswerterweise alles mitmachen“, sagt die Hotelierin. Jeder Lkw, jeder Fahrer ist gemeldet, an Bord dürfen sich ausschließlich die bestellten und vom IOC genehmigten Waren für das Olympische Dorf befinden, alles muss durch den Scanner.<BR /><BR />Da müssen auch die etwa 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines jeden Hotels durch. Küche, Service und Housekeeping laufen weiter, aber mit neuen Abläufen und anderen Arbeitszeiten. Alles nicht selbstverständlich, „deshalb bin ich meinem Team auch sehr dankbar“, sagt die Chefin. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266483_image" /></div> <BR />Rund 140 Personen werden täglich im „Alpenhof“ versorgt: 60 bis 70 Athleten und Teammitglieder sowie ebenso viele sogenannte „Workforces“. Die Menüs sind vorgegeben, jedes Gericht ernährungswissenschaftlich berechnet. Fast alles steht 24 Stunden am Buffet bereit, serviert wird aber auch – mittags und abends Vor- und Hauptspeise. „Wir wollten unsere Küche nicht auf ein Warmhalte-Buffet reduzieren“, sagt Preindl. Südtirol punktet eben auch mit seiner guten Küche. Auch das hat Antholz olympiareif gemacht. <BR /><BR />„Es ist Zeit, dass es endlich losgeht“, sagt die Hotelchefin. Morgen kommt das olympische Feuer ins Tal, Ende der Woche ziehen die Athletinnen und Athleten ins „Olympic Village“ ein, die Vereine mit ihren Freiwilligen legen letzte Hand an Sport- und Veranstaltungsstätten an – und spätestens dann kann aus der vertrauten Weltcup-Stimmung erstmals echtes Olympia-Feeling werden.