<BR />Wie es um die Ernteprognosen und die Qualität der Äpfel steht, fragen wir bei der VOG und der Obstversteigerung Sigmundskron nach. Zum Start der Erntesaison wünschen sich Südtirols Apfelbauern vor allem zwei Sachen: trockenes Wetter und leere Lager. Der zweite Wunsch erfüllt sich jedoch nur bedingt. <BR /><BR />„Heuer haben wir noch größere Altbestände im Lager als im Vorjahr und das wirkt sich jetzt zum Saisonstart auf die Preise aus“, sagt Michael Oberrauch, Geschäftsleiter der Obstversteigerung Sigmundskron. Gleiches sagt auch VOG-Obmann Harald Weis und spricht von einem schwierigen Marktumfeld. Da Deutschland – Südtirols wichtigster Exportmarkt – reichlich eigene Äpfel hatte und der Konsum zugleich schwächelte, gestaltete sich der Verkauf im Vorjahr deutlich zäher. <BR /><BR /> Diese Einschätzung bestätigen auch die Zahlen: Deutschland importierte zwischen August 2025 und Mai 2026 deutlich weniger Äpfel aus der EU. Die Einfuhren aus Italien gingen von 228.000 auf 170.900 Tonnen zurück. Allerdings gibt es je nach Sorte spürbare Unterschiede, wie Weis ausführt: „Es gibt Sorten wie Gala, die sich gut verkauft haben, und Sorten, die stärker gelitten haben, weil Deutschland nicht so aufnahmefähig war – etwa Jazz oder Kanzi.“<h3> Europaweit kleinere Menge erwartet</h3>Mit Blick auf die heurige Ernte prognostiziert die WAPA (World Apple and Pear Association) im Rahmen der jüngsten Prognosfruit-Tagung eine deutlich geringere Erntemenge für ganz Europa. Laut aktuellen Schätzungen wird mit etwa 9,5 Millionen Tonnen gerechnet – nach 11,3 Millionen Tonnen im Vorjahr.<BR /><BR />Gerade in Polen und Frankreich wird mit spürbaren Ernterückgängen gerechnet, während man in Italien und Südtirol von stabilen Mengen ausgeht. „Deswegen hoffen wir, dass der Markt im Saisonverlauf aufnahmefähiger wird“, sagt VOG-Obmann Weis.<h3> Qualität hat gelitten</h3>Die Qualität der ersten geernteten Äpfel sieht jedoch durchwachsen aus. „War voriges Jahr eine gute Ausgangslage, ist heuer genau das Gegenteil der Fall“, betont Michael Oberrauch. Unter den vier Hitzewellen des Sommers hätten die Äpfel massiv gelitten. Deswegen fallen die Äpfel insgesamt kleiner aus. <BR /><BR />Auch Harald Weis bestätigt die Qualitätseinbußen. Das Erntefenster sei im Vergleich zum Vorjahr nochmals um drei Tage nach vorne gerückt. Dennoch hofft Südtirols Obstwirtschaft, dass das geringere europäische Angebot für stabile Preise und eine zügige Vermarktung der neuen Ernte sorgen wird.