Vor allem die iPhone-Verkaufszahlen wurden stets sehr aufmerksam beobachtet. Es ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple und die Absatzentwicklung galt als Indikator dafür, wie neue Modelle – und deren stetig steigende Preise – bei den Verbrauchern ankamen. Zugleich wurde die Aussagekraft der Absatzzahlen in der Vergangenheit auch schon durch Lieferengpässe relativiert.Mit der Änderung bereits ab dem laufenden Weihnachtsquartal wird Apples Geschäft ein großes Stück weniger transparent für Beobachter und Konkurrenten. Viele Rivalen – wie etwa Smartphone-Marktführer Samsung – veröffentlichen bereits keine Absatzzahlen für ihre Geräte mehr. Es gibt lediglich Schätzungen von Analysten.Im vergangenen Quartal waren die iPhone-Verkäufe im Jahresvergleich kaum gewachsen. Apple setzte rund 46,9 Millionen iPhones ab – das waren nur gut 200.000 mehr als im Vorjahresquartal. Die Erlöse des iPhone-Geschäfts sprangen aber um 29 Prozent auf rund 37,2 Milliarden Dollar hoch. Das liegt daran, dass im vergangenen Jahr das neue iPhone X erst im November auf den Markt kam – und jetzt schon seit September das Nachfolgemodell XS und die größere und teurere Version XS Max verkauft wurden.Durchschnittspreis eines iPhones Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones stieg auf 793 Dollar von 618 Dollar vor einem Jahr. Diese Zahl dürfte es von Apple auch nicht mehr geben. Der steigende Durchschnittspreis „war ein positives Zeichen für Investoren, aber vielleicht ein Risiko für Apple, weil Medienberichte darüber, wie aus treuen Kunden mehr Geld herausgepresst wird, die Firma nicht gut aussehen lassen“, kommentierte Analyst Walter Piecyk von der Finanzfirma BTIG. Das Fehlen offizieller Absatzzahlen werde für unnötige Unsicherheit bei Investoren sorgen, kritisierte er.Das iPhone schlug sich im vergangenen Quartal besser als der Smartphone-Markt insgesamt, der nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC um 6 Prozent schrumpfte. Apple sehen die Analysten von IDC auf Platz 3 bei einem Marktanteil von 13,8 Prozent. Für Samsung errechneten sie einen Absatzrückgang von 13,8 Prozent auf 72,2 Millionen Computer-Handys und einen Marktanteil von noch 20,3 Prozent. Auf dem zweiten Rang behauptete sich der chinesische Anbieter Huawei, der laut IDC seine Verkäufe um fast ein Drittel steigern konnte und mit 52 Millionen abgesetzten Smartphones auf einen Marktanteil von 14,6 Prozent kam.dpa