Dienstag, 26. Juni 2018

Arbeitsfreier Sonntag: Südtirol für sanftes Modell

Vor Kurzem kündigte Arbeits- und Wirtschaftsminister Luigi Di Maio an, das sogenannte „Monti-Dekret", mit dem die Öffnungszeiten völlig liberalisiert wurden, überprüfen zu wollen. „Das ist eine gute Nachricht", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung, „wir waren immer gegen die vollständige Liberalisierung."

Es gehe nicht zuletzt darum, die kleinen Betriebe im Land zu schützen.
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Es gehe nicht zuletzt darum, die kleinen Betriebe im Land zu schützen.

Nur, weil die Geschäfte am Wochenende offen sind, würde das nicht dazu führen, dass die Menschen mehr kaufen. Der Konsum verschiebe sich lediglich in Richtung Großkonzerne und bringe die kleinen Läden unter Druck, gab der Landeshauptmann zu bedenken.

In einem Schreiben an Di Maio zeigt er sich nicht nur erfreut über die Ankündigung, die Regelung überprüfen zu wollen: Er ruft auch in Erinnerung, dass Südtirol bis zur Genehmigung des „Monti-Dekrets" die entsprechenden Gesetze selbst erlassen habe, immer mit dem Ziel, einen Ausgleich zwischen der Freiheit der Unternehmen und den sozialen und kulturellen Tätigkeiten zu finden, die das Land ausmachen.

Schutz der Klein- und Familienbetriebe

Zum einen gehe es um die Lebensqualität der Mitarbeiter, zum anderen aber auch darum, die kleinen Betriebe im Land zu schützen. „Ein Familienbetrieb hat nämlich nicht die Möglichkeit, sein Geschäft 7 Tage in der Woche zu öffnen, das geht sich in einem kleinen Betrieb ganz einfach nicht aus", betonte Kompatscher.

Um zu vermeiden, dass eine übertriebene Liberaliserung der Ladenöffnungszeiten den kleinen Betrieben schadet, habe man deshalb schon im Jahr 2015 eine Durchführungsbestimmung vorgelegt, die es für Südtirol und für das Trentino möglich gemacht hätte, den Rahmen für die Ladenöffnungszeiten selbst festzulegen.

In der Zwölferkommission sei diese Bestimmung auch beschlossen worden, das Ministerium habe sie dann aber abgelehnt. „Die jüngsten Äußerungen von Minister Di Maio stimmen mich zuversichtlich, dass dieser Vorschlag nun vielleicht wieder aufgegriffen werden kann. Südtirol könnte so auch zu einem Vorreiter werden und zeigen, dass sich die Wirtschaft nachhaltig und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Beteiligten gut entwickeln kann", erklärte Kompatscher.

Die Regulierung würde das Recht der Arbeitnehmer auf Erholung an den Sonn- und Feiertagen stärken und den Familien die Möglichkeit geben, ihre Freizeit gemeinsam zu gestalten.

stol

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